Überwachung: Konjunktur der Geheimdienste

+++ 37 Millionen E-Mails und Datenverbindungen überprüft+++

♦ vertont ♦

(cw). Die deutschen Geheimdienste überwachen in immer größerem Stil E-Mails und andere digitale Kommunikationsverbindungen. Im Jahre 2009 sind 6,8 Mio. Verbindungen überprüft worden. Nur ein Jahr später sind es mehr als fünfmal so viele. Im Jahr 2010 wurden laut Bild demnach 37.292.862 E-Mails und Datenverbindungen überprüft, weil darin bestimmte Schlagwörter (z.B. Bombe oder Atom) vor kamen. Das Blatt berief sich dabei auf Berichte des Parlamentarischen Kontrollgremiums des Bundestages. Das Bundesamt für Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst und der Militärische Abschirmdienst dürfen den Datenverkehr überwachen und durchsuchen, um Terroristen, Waffenschieber oder Schleuserbanden aufzuspüren.

Insgesamt hatten die Dienste den E-Mail- und Datenverkehr nach rund 2000 Schlagwörtern im Bereich Terrorismus durchsucht. Etwa 13.000 Suchwörter wurden im Bereich Waffen und Rüstungsgeschäften (Proliferation) verwendet und ca. 300 Begriffe im Zusammenhang mit Illegaler Schleusung. Der Phantasie in Bezug auf Wörter, Silben oder Abkürzungen sind hierbei leider keine Grenzen gesetzt. Trotz der millionenfachen Überwachung gab es lediglich in 213 Fällen tatsächlich verwertbare Hinweise für die Geheimdienste. Während die Überwachung des Internetverkehrs stark ausgeweitet wurde, sank die Zahl der Auskunftsverfahren gegenüber Banken, Post oder Luftverkehrsunternehmen. Laut einem weiteren PKG-Bericht gab es 2010 nur 85 solcher Auskunftsersuchen, gegenüber 93 Fällen im Jahr 2009. In knapp der Hälfte dieser Ersuchen (42) ging es um Anfragen an Telekommunikationsdienste zur Herausgabe der Daten von Handy-Nutzern. Außerdem wurden vom Verfassungsschutz in 16 Fällen Standorte von Handys mittels IMSI-Catcher ermittelt.

In Zukunft ist es also ratsam noch mehr auf seine Wortwahl im Internet zu achten. Wer z.B. einen Termin beim Rechtsanwalt erbittet, weil es im Laufe einer „Bombenparty“ zu extremen Wortgefechten zwischen ihm und einigen jugendlichen Migranten kam und es dem Veranstalter gewaltig auf den „Zünder“ ging, er die Ansammlung auflöste und die „Störer“ anschließend durch den „Hintereingang geschleust“ werden mussten, ist besser beraten, schnell wie eine „Rakete“ nach Hause zu flüchten und bei der anstehenden Gerichtsverhandlung, um „Gottes Willen“ nicht in „Revision“ zu gehen.

Siehe dazu auch:

Gesinnungsdatei: Bundesregierung will 10.000 Menschen an den Pranger stellen

Der gläserne Deutsche – Die Überwachung der Bürger in Deutschland

Überwachung: Regierung will Drohnen einsetzen

Aktuelle Version des Staatstrojaners überprüft

Kolumne – Pressefreiheit in Deutschland 2012

17 Kommentare von "Überwachung: Konjunktur der Geheimdienste"

  1. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    26. Februar 2012 - 02:51 | Permalink

    Mist, da darf ich mir beim Escortservice auch keine Sex-Bombe mit Atom-Busen mehr bestellen! :-)

  2. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    26. Februar 2012 - 03:15 | Permalink

    Nun mal ernst!
    Schimpft nicht über die Stasi, daß was hier läuft ist um ein vielfaches verschärfter.
    Die Mittel und Methoden sind lediglich raffinierter und das Ganze wird den Leuten in einer angeblich nützlichen Form verkauft.
    Welcher unserer Bundes-Zipfelmützenträger weis denn schon das sämtliche Kommunikationsmittel abgehört werden? (Handy = elektronischer Beichtstuhl)
    Oder das ausspähen über den Einkauf mit der EC-Karte?
    Hinzu kommt noch in einer Privatgesellschaft, daß ausspähen durch private Dienste von und in Firmen etc. Und wenn nur der Hausmeister interessante Dinge nach “Oben” weitermeldet! Jetzt wird auch schon den Leuten der implantierte Chip schmackhaft gemacht. Natürlich nicht um die Leute immer orten zu können, nein, er hilft bei Entführungen die Opfer schneller zu finden oder meldet sich beim Hausarzt wenn es einem schlecht geht. Mal sehen wie viele Deppen darauf reinfallen und sich freiwillig registrieren lassen um dann in die elektronische Sklaverei zu gehen.

  3. Pixel's Gravatar Pixel
    26. Februar 2012 - 09:22 | Permalink

    Man muss sich nur wehren…
    Ich selber benutze seit mehr als einem Jahr Antum – damit kann ich Emails schnell und einfach verschlüsseln (Based on AES 256 Bit Encryption)!

    Habe selber “Antum Extended Version”. Durch den extra Add-In in Outlook ist es ganz einfach zu benutzen.

    Mehr Info unter: http://www.inventus-software.com/software/

  4. Kersti's Gravatar Kersti
    26. Februar 2012 - 09:27 | Permalink

    Ihr Deppen, macht die Grenzen dicht, dann brauchen wir auch keine Geheimdienste. National statt international.
    Die Stasi hat zum Schluss auch nicht mehr durchgeblickt, wer flüchten will, zu viele Leute haben zu viele Systemfeinde überwachen müssen. Ich hasse den jetzigen Staat mehr als die DDR 1989.

  5. runenmann's Gravatar runenmann
    26. Februar 2012 - 18:44 | Permalink

    Man muß die Staatsorgane der brd auch mal loben. Sie können wenigstens die Methoden der bisherigen Diktaturen gut kopieren und weiterentwickeln. Allerdings sollte jeder, der einen PC benutzt und E-mails verschickt, auch Verschlüsselungen und sichere Passwörter benutzen. Dann können diese Systemlakaien ruhig die Rechner verdächtiger Bürger beschlagnahmen und sich dann die Pest an den Hals ärgern. Viel Spaß!

  6. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    26. Februar 2012 - 21:35 | Permalink

    Hallo Leute!
    Die Verschlüsselungatechnik nützt garnichts!
    Als erstes kriegen (oder beschaffen sich) die Geheimdienste von den Entwicklern die nötige Entschlüsselungssoftware!!! Am besten ist die Nachrichtenübermittlung noch mündlich oder im guten alten Brief.
    Wenn sie den Brief lesen wollen haben sie richtig viel Arbeit.
    Darum soll ja auch der Briefverkehr eingeschränkt werden und alles schön einfach und bequem elektronisch gehen!!!

  7. runenmann's Gravatar runenmann
    27. Februar 2012 - 13:15 | Permalink

    @ HeinrichKunze

    Nein, so ist es nicht! Der Fall des als “schwarzer Riese” festgenommene Kindermörder beweist es. Nach seiner Festnahme wurden noch Datenträger, auch eine Festplatte, gefunden. Mit verschlüsselten Dateien. Trotz des Einsatzes des LKA und seiner Spezialisten und hinzugezogener IT-Professoren sind seine Passwörter nicht zu knacken. Welcher Entwickler wird schon einen mehrfachen Kindermörder und Kinderschänder schützen und die Entwicklungssoftware vorenthalten?

  8. Marco P.'s Gravatar Marco P.
    27. Februar 2012 - 15:13 | Permalink

    Wer zu faul ist seine Emails mit dem (kostenlosen) GPG zu verschlüsseln, der ist selbst schuld wenn er ausgespäht wird!

    GPG verwendet übrigens einen 4096Bit Schlüssel, eine Entschlüsselung ist mit vertretbarem Aufwand z.Z. nicht möglich!

    http://www.gnupg.org/

  9. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    27. Februar 2012 - 21:27 | Permalink

    runenmann!
    Mag ja sein. dann hat er das selber gemacht.
    Ich meine aber die überall erhältliche Software, kostenlose Verschlüsselungsprogramme
    oder irgendwelche Massenware. Das was im normalen Handel angeboten wird ist für Geheimdienste eh zum schmunzeln. Alles bekommen wir schließlich auch nicht gesagt.
    Es gibt bei Geheimdiensten Spitzenabteilungen die nur die am schärfstren verschlüsselten Nachrichten anderer Staaten versuchen zu knacken. Nach einer gewissen Zeit schaffen die das auch.
    Ihr müsst aber auch sehen das dort Prioritäten gesetzt werden. Eure verschlüsselten Texte kommen nur dort hin wenn Ihr anfangt für die interessant zu werden.

  10. Marco P.'s Gravatar Marco P.
    28. Februar 2012 - 09:09 | Permalink

    @HeinrichKunze: “Ich meine aber die überall erhältliche Software, kostenlose Verschlüsselungsprogramme”

    Der geheime Schlüssel von GPG (kostenlos und ‘Open Source’) konnte bis heute noch von niemandem geknackt werden. Da GPG ‘Open Source’ ist, können auch nicht so einfach “Hintertürchen” (so wie bei MS-Windows) eingebaut werden.

    “Es gibt bei Geheimdiensten Spitzenabteilungen die nur die am schärfstren verschlüsselten Nachrichten anderer Staaten versuchen zu knacken. Nach einer gewissen Zeit schaffen die das auch.”

    Das ist völlig richtig. Deshalb ist es ja auch so wichtig die Emails an Tante Berta, Onkel Heinrich und Cousine Dagmar zu verschlüsseln. Dann weiss der Geheimdienst nämlich nicht mehr was wichtig ist und was nicht. Und alle verschlüsselten Emails KANN der Geheimdiest nicht entschlüsseln (Zeit- und Geldaufwand)… ;)

  11. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    28. Februar 2012 - 21:59 | Permalink

    @Marco P. !
    Die Geheimdienste bekommen aber die Entschlüsselungstechnik direkt vom Entwickler, daß Ganze sogar noch bevor irgendetwas vom normalen verkauft wird! Mit den verschlüsselten E-Mails an Onkel und Tanten magst Du ja Recht haben, es macht denen Arbeit. Wenn aber jemand wirklich im Fadenkreuz der Geheimdienste ist dann wird er zur gläsernen Person. Egal was er macht.
    Glaube mir,ich bin vom Fach!

  12. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    28. Februar 2012 - 22:10 | Permalink

    @Runenmann!
    Mag sein, aber Geheimdienst und Polizei sind zwei verschiedene paar Schuhe!
    Auch wenn Geheimdienste durch ihre Tätigkeit Kunde von Verbrechen haben, werden sie diese nicht der Polizei mitteilen, ebenso Ermittlungsergebnisse! (siehe Verstrickungen im Polizistenmord Kiesewetter/Geheimdienstbeobachter/”Döner-Mörder!

  13. Marco P.'s Gravatar Marco P.
    29. Februar 2012 - 01:03 | Permalink

    “Die Geheimdienste bekommen aber die Entschlüsselungstechnik direkt vom Entwickler”

    GPG liegt im Quellcode vor, es gibt keine Entschlüsselungstechniken welche einen GPG-Schlüssel mit vertretbarem Aufwand knacken können. Selbst wenn EINE Email mit erheblichem Aufwand von Zeit und Geld geknackt werden sollte, geht der Aufwand bei der nächsten Email wieder los.

    Wikibooks:
    “Je länger es dauert, umso uninteressanter und natürlich auch teurer werden die Daten für denjenigen, der sie unrechtmäßigerweise einsehen möchte. Rechenzeit kostet Geld, je mehr Rechenleistung pro Zeiteinheit eingesetzt wird, umso teurer ist diese Zeiteinheit. Je besser die Verschlüsselung, umso mehr Zeit und Geld muss investiert werden, um sie zu knacken. Treibt man die Kosten des Knackens der Verschlüsselung höher als es dem Interessenten wert ist, hat die Verschlüsselung ihren Zweck erfüllt. Es geht also darum, den Preis der Information durch Verschlüsselung derart in die Höhe zu treiben, dass sie aufgrund der Zeit, die man auf sie warten und der finanziellen Mittel, die man für sie aufwenden müsste, nicht mehr interessant ist.”

    Bei kommerziellen Programmen sieht das anders aus, da sind Hintertürchen direkt ab Werk eingebaut, z.B. bei PGP

  14. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    29. Februar 2012 - 01:43 | Permalink

    @Marco P.!
    Wie ich oben schon schrieb, Geheimdienste setzen auch prioritäten. Sie wissen in etwa was woher kommt. bei den für sie Interessanten Sachen spielt Zeit und Geld keine Rolle. Das große Problem der Geheimdienste liegt eher darin die unmengen an abgehörten Informationen auszuwerten!

  15. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    29. Februar 2012 - 01:59 | Permalink

    PS: Wer wäre denn der Empfänger einer GPG-Verschlüsselten E-Mail? (Fritzchen Müller) Woher hat Fritzchen Müller den Gegenschlüssel? oder so gefragt:”Woher haben die vielen GPG Nutzer die Schlüssel? ……..und ebenso der Geheimdienst! Du kannst höchstens selber etwas entwickeln und dies nur Freunden zugänglich machen. Oder wie runenmann das Beispiel vom Kindermörder nannte, alles nur für sich selber kompliziert verschlüsseln. Bei allen gekauften,- kostenlosen oder sonst wie wie Sauerbier angebotenen Allerweltswaren,Hände weg!
    dann könnt Ihr es gleich über den Marktplatz brüllen!

  16. Marco P.'s Gravatar Marco P.
    4. März 2012 - 13:31 | Permalink

    “Woher hat Fritzchen Müller den Gegenschlüssel?”

    Mit Fritzchen Müller ÖFFENTLICHEM Schlüssel kann nur Verschlüsselt, aber NICHT entschlüsselt werden!

    Den Schlüssel zum entschlüsseln hat nur Fritzchen Müller selbst.

  17. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    6. März 2012 - 05:25 | Permalink

    und wie entschlüsselt derjenige welcher eine Nachricht von Fritzchen Müller erhält?

Schreibe einen Kommentar