Sollte der Bundespräsident vom Volk gewählt werden?

+++ Bundespräsident Wulff zurückgetreten +++

♦ vertont ♦

Berlin (fm). Bundespräsident Christian Wulff hat heute Vormittag seinen Rücktritt erklärt. Diesen hatte er trotz der vielen Vorwürfe bisher konsequent abgelehnt. Nachdem nun die Staatsanwaltschaft Hannover die Aufhebung seiner Immunität beim Bundestag beantragt hat, um gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Vorteilsnahme zu eröffnen, fühlte er sich nun doch zum Rücktritt gezwungen. Das Vertrauen des Volkes hatte er längst verspielt. Ohne dieses Vertrauen könne er sein Amt nicht mehr ausüben, sagte er in seiner Rücktrittsrede. Einer Schuld schien er sich jedoch immer noch nicht bewusst zu sein.

Er sei überzeugt, daß die anstehende rechtliche Klärung der Vorwürfe gegen ihn „zu einer vollständigen Entlastung führen wird“. Seiner Ansicht nach habe er sich in seinen Ämtern „stets korrekt verhalten und sei immer aufrichtig gewesen.“ Die Medienberichterstattung in den vergangenen zwei Monaten habe seine Frau und ihn verletzt, sagte Wulff.

Ein besonderes Anliegen war ihm stets die Integration der hier lebenden Ausländer. Unvergessen ist immer noch seine Rede „der Islam gehört zu Deutschland“. Auch in seiner Rücktrittsrede betonte er nochmals seine Haltung zur Ausländerintegration. „Es war mir ein Herzensanliegen, den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu stärken. Alle sollen sich zugehörig fühlen, die hier bei uns in Deutschland leben, [...] ganz gleich welche Wurzeln sie haben.“ Die Ausländerintegration müssen nun andere Politiker weiterführen.

Die Bundeskanzlerin bedauerte den Rücktritt Wulffs. Sie hatte ihn trotz aller Vorwürfe bis zuletzt gestützt. In einer anschließenden Erklärung nahm sie den Rücktritt Wulffs mit „größtem Respekt und tiefem Bedauern“ auf. Die Kanzlerin lobte die von Wulff in seiner kurzen Amtszeit „gesetzten Impulse für ein modernes und offenes Deutschland“. Bis zur Neuwahl übernimmt Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Amtsgeschäfte. Ein neuer Bundespräsident muss innerhalb der nächsten 30 Tage gewählt werden. Nach zwei Rücktritten in Folge wird nun schon der dritte Bundespräsident innerhalb von zwei Jahren gewählt.

Der Bundespräsident wird jedoch nicht vom Volk gewählt sondern von der Bundesversammlung, die ausschließlich aus Politikern und ausgesuchten Persönlichkeiten besteht. In der Vergangenheit wurden immer wieder Forderungen nach einer Direktwahl des Bundespräsidenten laut, indem das Volk das Staatsoberhaupt wählen soll. Diese Forderungen wurden bislang missachtet.

Allerdings gibt es jetzt eine gewisse Hoffnung, daß die Direktwahl des Bundespräsidenten auf die Tagesordnung kommt. Vor einigen Tagen startete die Bundeskanzlerin ein Portal im Internet, indem Bürger Vorschläge machen können, wie wir in Zukunft leben wollen. In diesem Portal wurde auch die Forderung nach einer Direktwahl des Bundespräsidenten gestellt. Diesen Vorschlag kann jeder Internetnutzer mit einem Klick unterstützen. Die Vorschläge, welche die meiste Unterstützung erhalten, werden dann im Kanzleramt besprochen und eventuell sogar umgesetzt. Seine Stimme kann man hier abgeben.

Siehe dazu auch:

Bundespräsident Christian Wulff: Der Islam gehört zu Deutschland

Wulff lehnt Veröffentlichung seines Anrufs ab

Umfrage: Politiker sind so unbeliebt wie nie zuvor

85 Prozent der Deutschen haben kein Vertrauen in die Politik

 

11 Kommentare von "Sollte der Bundespräsident vom Volk gewählt werden?"

  1. runenmann's Gravatar runenmann
    17. Februar 2012 - 13:26 | Permalink

    Braucht dieses Land überhaupt noch so einen teuren Grüßaugust? Mit diesem Posten werden doch nur abgehalfterte Politversager versorgt.

  2. Bürger's Gravatar Bürger
    17. Februar 2012 - 15:25 | Permalink

    Zitat: Sollte der Bundespräsident vom Volk gewählt werden?
    Nee, dann hätten wir ja eine Demokratie, sowas will doch keiner.

  3. derbetroffene's Gravatar derbetroffene
    17. Februar 2012 - 17:45 | Permalink

    Da eher werden die Spatzen Schleppsäbel tragen, sagten wir früher.

  4. Inbrevi's Gravatar Inbrevi
    17. Februar 2012 - 20:17 | Permalink

    Zu runenmann:–// Ja, auch dieses Land braucht noch einen “Grüßaugust”, sage ich, allerdings keinen vom Format eines rückgratlosen, kriechenden Wulff und v.Weizäcker,etc., sondern einen, der für “sein Volk” und nicht schleimend für “die Bevölkerung” steht, einen, der aufrichtig ist und mutig für Werte und Geschichte “seines Volkes und Vaterlandes” und gegen Anfeindungen von Innen und Aussen eintritt, auch wenn er deswegen zum nächsten Ballereignis nicht eingeladen und von der Schwulenparade mit Nichtachtung “bestraft” wird.
    Jedes Volk braucht eine Leit- und Gallionsfigur an seiner Spitze in der es sich als “Volk” (wieder-) erkennt.
    Notgedrungen muß das also kein Präsident sein, ein “Friedrich” wäre mindestens so erstrebenswert!!

  5. 17. Februar 2012 - 20:20 | Permalink

    Wenn man so die Systemnachrichten anhört, ist es sehr ungewiß dass der nächste
    Bundespräsident vom Volk gewählt werden kann. Mir graut schon die Tatsache,
    das auch über eine Kanditatur eines Grünen laut nachgedacht wird. Gott beschütze
    uns davor!

  6. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    18. Februar 2012 - 02:05 | Permalink

    Unter den jetzigen politischen Bedingungen werden wir wohl keinen volksverbundenen,aufrichtigen,ehrlichen und deutsche Interessen vertretenden Präsidenten kriegen.
    Eine Direktwahl sollte es aber dennoch geben, sie würde den Volkswillen zum Ausdruck bringen, politisch jedoch sehr wenig da der Bundespräsident faktisch keinen Einfluss auf die Staatsgeschäfte hat, ausser Gesetze unterschreiben,- und um Interessen durchzusetzen braucht man diese nicht unbedingt.
    Nur eine Änderung des gesamten Systems bewirkt Besserung.

  7. Wetekamp's Gravatar Wetekamp
    18. Februar 2012 - 12:05 | Permalink

    Die Frage, die sich mir stellt ist, ob Wulff nicht von vornherein Bescheid wusste, sprich, das ganze Ding ein abgekartetes Spiel ist. Das würde zumindest erklären, wieso seine “Vereidigung” von ihm selbst zur Farce gemacht wurde (schließlich beginnt kein Amtseid mit “tschuldigung”).

  8. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    19. Februar 2012 - 02:36 | Permalink

    Hallo Wetekamp!
    Das wäre gut möglich. Wenn er , bewusst oder unbewusst, die Banken in seiner Rede angeschmiert hat. Spätestens danach dürfte man ihm zu verstehen gegeben haben das es besser wäre irgendwie abzutreten, bevor villeicht noch etwas passiert.
    Oskar Lafontaine hat einen Tag vor seinem Rücktritt, als zukünftiger Finanzminister der zu wählenden Schröder-Regierung, dem interviewenden Journalisten gesagt, daß er als Finanzminister als erstes die Geldschöpfung in Staatshand legen wolle! Der letzte der so etwas machen wollte hieß Kennedy!
    Wie die Geschichte aus ging wissen wir.

  9. Inbrevi's Gravatar Inbrevi
    19. Februar 2012 - 10:47 | Permalink

    Zu Heinrich Kunze –// richtig: außer zum “Grüßen” braucht diese BRD einen “Ersten Mann im Staat”, der die von den Abgeordneten durchgewunkenen Gesetzentwürfe durch seine Unterschrift zum Gesetz macht.
    Nehmen wir mal an, Herr Wulff hätte bis zu einem gewissen Grade Moral, Gewissen und evtl. christliche Erziehung für sich entdeckt,wollte evtl. als Mann nicht nur hampeln, wenn Merkel und ihre Bandenmitglieder an der richtigen Stelle ziehen, vielleicht bekam er Skrupel diese noch geplanten Verbrechen mitzutragen! Beispiele gibt es auch in neuerer Geschichte.
    Dem Interessierten werden noch Wulffs skeptische Äußerungen im vergangenen Jahr zum ESM,etc. und dessen Verträglichkeit mit dem GG in Erinnerung sein!
    Dennoch: auch, wenn evtl. mit dem Partei-Karrieristen Wulff für Merkel und Auftraggeber eine weitere Person über die Klinge springen mußte, wäre Mitleid durch das Volk, dem auch er so manigfaltig, schon als MP in Niedersachsen, geschadet hat, völlig fehl am Platze,
    denn schließlich stützte auch dieser Hilfswillige über Jahre dieses volksvernichtende System und provitierte von ihm.
    Vielmehr sollten “UNS” Vorgänge dieser Art weiterhin Mut machen, denn ist das nicht ein Offenbarungseid für die herrschende Clique, wenn sie sich, auch wenn sie verstärkt Nachwuchs züchtet, sich selbst nicht mehr traut und mag und deswegen selbst ausrottet?

  10. Inbrevi's Gravatar Inbrevi
    19. Februar 2012 - 11:34 | Permalink

    Noch zu Inbrevi –// Im Gegensatz zu dem was Herr Wulff in seiner bisherigen Politikerkarriere dem Volk angetan hat, könnte er diesem Volk, spätestens jetzt “DIENEN”, indem er NOCH BEVOR die denkfaulen, willigen, genötigten oder erpreßten s.g. Volksvertreter Merkel, Schäuble und deren Bandenmitglieder ihre Zustimmung zum ESM -dem großen Verbrechen- geben, seinen Rücktritt ehrlich begründet und dem Volk nicht nur Einblick, sondern Klarheit über die Vorgänge und Machenschaften in diesem Polit-System und Finanzkartell ermöglicht. Wenn er aufrichtig und mutig wäre, könnte er jetzt wesentlich dazu beitragen diesen EURO-Irrsinn mit allen seinen Facetten zu beenden bzw . zumindest auf ein besseres Gleis zu leiten.
    Doch das ist sicherlich die große Angst der Politiker-Kaste, ihres parasitären Anhangs und ihrer Auftraggeber, daß die Menschen erkennen und denken lernen -auch dieses Recht und Gesetz verachtende System würde zusammenbrechen!
    So ist zu befürchten, daß sich auch Herr Wulff nach bewährter Manier mit einer nicht geringen Summe Geldes gefahrlos ruhigstellen läßt!

  11. HeinrichKunze's Gravatar HeinrichKunze
    20. Februar 2012 - 23:54 | Permalink

    Inbrevi!
    Auch wenn Wulf im Sinne des Systems versagt hat, am Hungertuch wird man ihn wohl nicht nagen lassen.
    Es wird aber garantiert eine Zeit kommen in welcher ein deutscher Präsident vom Volke gewählt wird und das wird aber unweigerlich ein “Reichspräsident” sein, gewählt von einem freien Volk in freier Wahl!

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