Kolumne – Arabischer Frühling an toten Christen

Die Quersumme – Kolumne von Hans Püschel

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müßte man wohl d a s Gericht der Nouvelle Cousine 2011 nennen, welches uns die gehobene Küche der Nato-Alliierten bescherte. Genauer gesagt fast dem gesamten moslemischen Raum. Dies mag etwas drastisch klingen, aber nur, weil dieser Zusammenhang sonst nirgends in unseren offiziellen Medien auftaucht, geschweige denn thematisiert wird. Auch unsere Liebfrauen-Kirchen genießen beim gemeinsamen Abendmahle wohl lieber den gleichnamigen Wein als sich mit derartig unappetitlichen Auswirkungen der christlich-abendländischen oder an westlichen Werten orientierten Politik zu befassen. Viel lieber spannt man bunte Ketten oder steht in Lichterketten gegen national gesinnte Menschen; treten Pfarrer gegen dergestalte – noch vorhandene – Gemeindeglieder auf. Wenn’s geht noch öffentlich. Mit dem Pranger hat man ja seine jahrtausendalten Erfahrungen.

Ist’s deshalb, weil genau diese vermaledeiten Rechten die Einzigen und Letzten sind, die auf genau dieses schizophrene christliche Selbstverständnis hinweisen? Also sich lieber mit Abtreibung oder Homoehe oder Abschlachten von Christen in aller Welt arrangieren und Schicki-Micki auf Kirchentagen veranstalten als Mahnungen gegen Überfremdung und Tod des deutschen Volkes von sowas wie Neonazis erdulden zu müssen! Also schauen wir – derart andersweitig beschäftigt – kollektiv weg. Das Schächten – also Kehle durchschneiden – ist nun mal da unten Tradition und fremde Traditionen, natürlich nicht unsre eigenen, sind uns nun mal heilig, selbst wenn sie an Christen ausgeführt werden. Gut – wenn angeblich Moslems verfolgt oder getötet werden, wie bei Gaddafi, Saddam oder Assad, da müssen wir dann sofort geheime Sondereinheiten hinschicken, um den Aufstand zu koordinieren, und später die Bomber, um alles einzuebnen. Und wenn dabei wiederum Millionen Moslems ins Gras – besser gesagt: in den Sand – beißen müssen, das zählt dann zu den alternativlosen Kollateralschäden. Dafür gehört dann auch der Islam zu Deutschland – sozusagen als moralisches Seelenpflaster.

Aber genauso schizophren halten wir’s ja auch auf Europa’s Bühnen:

Wenn da Allah oder Mohammed unangemessen dargestellt werden sollen, ist die künstlerische Freiheit inzwischen längst am Ende – auf jeden Fall die Aufführung. Nur wenn’s gegen Gott und Christus geht – wie jüngst am Thalia-Theater, ist jede Geschmacklosigkeit hochgejubelte Kunst. Dagegen machen dann höchstens noch ein paar ewiggestrige Piusbrüder mobil – der deutsche Christ nur seinen Diener. Haben wir ja gelernt die letzten 60 Jahre, gegenüber jedermann schuldigst unsere Diener zu machen. Nur – das ständige Diener machen kostet nicht nur uns und unsere Nachkommen die Zukunft, sondern viele Menschen auf aller Welt das Leben. Im „befreiten“ Tunesien spüren die 25.000 Christen den „Frühlingswind“ mit Umbau ihrer Kirchen zu Moscheen und Ermordung von Priestern. Tunesien wird wohl bald auch ganz von Christen befreit sein wie fast schon der Irak, tot oder geflohen. Man hat ja immer einen Alternative – nicht wahr? Auch den ägyptischen Kopten wird längst der Mubarak-Winter wie ein Wonnemonat gegenüber dem Frühling der Moslembrüder erscheinen. Und in Libyen sitzen die Al-Kaida-Leute bereits fest im Sattel. Welche Überraschung, denn seit spätestens Nine-Eleven waren sie ja eigentlich globaler Hauptfeind Nr.1 und der personifizierte Satan. Nunmehr kriegen sie Waffen von uns. Mal schauen, wann sie die wieder gegen den Westen richten. Hatten wir ja schon – siehe Taliban. In der libyschen Stadt Darna wurde sogleich ein „Islamisches Emirat“ ausgerufen mit Burkha und Sharia.

Ist Frühling unter Burkha und Sharia möglich?

Oder wird’s eine grauselige Wintergeschichte. Zumindest für die Menschen dort. Für die alliierte Rohstoffindustrie ist es d a s Schnäppchen! An der Quelle sitzen nun die Kriegesknaben – um sich am fremden Öl zu laben? Wo fließen jetzt die Gewinne hin? Nochmals zum Vergegenwärtigen der Vor-Frühlingssituation in Libyen folgt nachstehende, unvollständige Liste der alten libyschen Lebensumstände unter dem grausamen Gaddafi-Regime:

1. Strom war für alle Bürger kostenlos.

2. Auch Kredite wurden zinslos gewährt an alle.

3. Ein Heim zu besitzen, galt als Menschenrecht.

4. Alle Frischvermählten bekamen dazu 50.000 Dollar Startgeld in die Ehe.

5. Bildung und medizinische Betreuung waren kostenlos.

6. Zu jeder Geburt gab’s 5.000 Dollar Begrüßungsgeld.

7. Wer Bauer werden wollte, erhielt Land, Haus, Vieh und Gerätschaft kostenlos als Starthilfe.

8. Für Auslandsstudium gabs 2.300 Dollar/Monat.

9. Libyen hatte 150 Milliarden Auslandsguthaben, die wohl in den Fängen der alliierten Sieger verschwinden werden.

10. Gaddafi startete den Bau des weltgrößten Trinkwasserkanals GMMR, um Tiefenwasser der Wüsten zu den Küstenstädten zu transportieren.

Und, und, und… Nunja, es war wohl zu sozial das Ganze, zu gefährlich, ein Herd der Ansteckung und ein Hort und Keim afrikanischer Unabhängigkeit vom Wall-Street-Finanzsystem. Das klingt mir so bekannt! Wo ist mir denn dieses Schema schon mal untergekommen? Ach ja: Hatte sich das Deutschland nach 1933 nicht ebenfalls so dumm verhalten und sich von diesem System abgenabelt? Siehste – das Bombardieren ist das Gleiche, nur ungefährlicher heute aufgrund haushoher Überlegenheit. Damals hat’s wenigstens noch ab und an einen Bomberpiloten erwischt. Auch Orden gab’s damals wie heute zur Belohnung.

Den Syrern und Iranern kann man daher nur raten: Haltet Euch die westlichen Werte-Retter mit aller Kraft vom Leibe!

Siehe dazu auch:

Libyen: Auf „Befreiung“ folgt das Chaos

NATO-Pläne: Kriege auch ohne Mandat des Sicherheitsrates geplant

Kriegslügen über Libyen

Wer hätte das gedacht? Opposition in Syrien wird von den USA finanziert

Libyen: Obama genehmigt geheimen Krieg der CIA

Weitere Kolumnen von Hans Püschel:

Kriegstreiber gestern und heute

Die rettenden Rettungsfonds

Deutschland profitiert vom Euro?

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Autorenportrait: Hans Püschel, Jg. 1948, ist Diplom-Betriebsingenieur (FH) und Ortsbürgermeister von Krauschwitz in Sachsen-Anhalt. Von 1990 bis 2010 war er Mitglied der SPD. Mit dem Bekenntnis „Ja, ich denke national!“ beendete er Ende 2010 seine Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten, die seiner Meinung nach eine politische Entwicklung zu Ungunsten des deutschen Volkes genommen haben. Er kam damit einem bereits eingeleiteten Parteiausschlussverfahren zuvor. Im Zuge seiner daraufhin erfolgten Annäherung an NPD-nahe Kreise, schloss ihn der Gemeindekirchenrat Teuchern als Mitglied und Kirchenältesten aus. Seit 2011 ist Hans Püschel ständiger Kolumnist der KOMPAKT-Nachrichten.

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2 Kommentare von "Kolumne – Arabischer Frühling an toten Christen"

  1. Warten, ohne zu wissen worauf's Gravatar Warten, ohne zu wissen worauf
    4. Februar 2012 - 14:35 | Permalink

    From: dottorefrank@hotmail.com
    To: leserbriefe@spiegel.de
    Subject: Herrn Reporter SMOLTCZYK zur freundlichen Kenntnis
    Date: Fri, 6 Jan 2012 17:38:05 +0100

    SPIEGEL 51/17.12.11 S.106ff „Es war einmal eine Revolution“
    SPIEGEL 52/23. 12.11 S. 96ff „Das wüste Land“
    SPIEGEL 1/ 2.1.12 S.88ff „Vom Facebook zum Koran“

    Die gute Nachricht zuerst: Nach Algerien ließen sie Reporter Alexander SMOLTCZYK, der sich auf die Socken machte, um zu erkunden, was die Revolution den Maghreb-Staaten denn Feines brachte, erst gar nicht rein. Die Botschaft erteilte ihm „…kein Visum, weil die Berufsbezeichnung Journalist im Pass vermerkt war:“ So ein SPIEGEL-Mensch ist eben nicht von dieser Welt, da steht die Profession glatt im Passaporte.

    Nach Marokko kam er trotzdem rein und erkannte am Kilometer Null des „Dakar-Kairo-Highway“, an der Mittelmeerküste vorgeblich „Transmaghrébine“ genannt, bedeutungsschwer wie sinnentleert: „Autobahnen sind wie Revolutionen. Niemand weiß genau, wo sie anfangen und wo sie enden.“ Das trifft auch auf Marokkos Revolution zu, die ward, SMOLTCZYK bedauert das, zwar „…noch nicht gesehen. Aber sie liegt so nahe und ist so unerreichbar wie die Küste Gibraltars.“ Püh, als ob sich nicht auch in Marokko Frühlingsboten fänden, die ihrem Mohammed VI., für SMOLTCZYK kurz „M6“, wie Gaddafi, lebendigen Leibes, eine Eisenstange ins After rammten, um den so zu Tode Gemarterten von Haus zu Haus zu schleifen und Erinnerungsfotos in Siegerpose zu schießen. Sicher teilten M6´ Söhne dann das Schicksal der Gaddafis: nach seinem Abschlachten wurde Mutassims Leiche wie Vieh im Kühlhaus ausgestellt und Saif sitzt mit amputierten Fingergliedern in Folterhaft.

    „Die Tunesier“, schwärmt SMOLTCZYK, im gelobten Land angekommen, „waren die Poniere des arabischen Frühlings.“ Da nach dem Wahlsieg der bisher nicht ohne Grund verbotenen Nahda-Partei aber auch hier ein gottesstaatlicher Scharia-Winter dräut, sucht SMOLTCZYK im Philosophischen sein Heil und orakelt: „Dialektik der Aufklärung: in allen Maghreb-Staaten ist der arabische Frühling zur Erntezeit der Islamisten geworden, nicht zur Blüte westlicher Zivilgesellschaft.“ Man muss schon zur Blüte der Durchgeknallten gehören, Letzteres auch nur ansatzweise ins Kalkül gezogen zu haben. Wie seine Schwester im Geiste, die EU-Außenbeauftragte Ashton, die Tunesien aus „Anerkennung für bemerkenswerte Leistungen“ soeben die „privilegierte Partnerschaft“ andiente. Dass sich Tunesien beharrlich weigert, seine Flüchtlinge zurück zu nehmen, die zu Abertausenden Lampedusa besetzen, steht dem selbstredend nicht im Weg. Dem Reisenden in Sachen Frühlingsgefühle aber ist auch hier guter Rat nicht teuer: „Der islamische Totalitarismus“ plappert er das Wochenmagazin TELQUEL nach, „..sei nur eine Etappe auf dem Weg zur Demokratie. Eine Nacht, die durchquert werden muss, bevor man das Tageslicht sieht.“

    Dass bisher nicht einer der 57 islamischen Staaten vom Etappendunkel in die Demokratiesonne trat, vermag SMOLTCZYKS taghelle Erleuchtung nicht zu trüben: „Sie (die Tunesier) sind da, wo die Menschen in Libyen, Algerien, Marokko und Ägypten erst noch ankommen wollen.“ Als ob sie, wehe Dir, Israel, nicht ALLE im Reich islamischer Finsternis ankämen und sich das Regiment der zum Teufel gejagten Herrscher als ungleich kleineres Übel – Smith in Rhodesien, Botha in Südafrika, Massoud in Afghanistan und Hussein im Irak, wie sich die Bilder gleichen – sehnlichst zurückwünschten. Nichts jedoch liegt SMOLTCZYK ferner als diese Erkenntnis, wenn er am Ende des ersten Teils seiner Errungenschaft-Spurensuche jede Contenance verliert: „Revolutionen mögen manchmal dumme Veranstaltungen sein. Noch dümmer sind diejenigen, die es zur Revolution kommen lassen.“ Am dümmsten aber sind, die Derartiges ausstülpen, SMOLTCZYK.

    Kurz vor der libyschen Grenze passierte er ein Lager schwarzer Gastarbeiter, die vor der, jetzt wird´s lyrisch: „Revolution im Gewand des Bürgerkriegs“ flohen: „Sie haben Angst im befreiten Libyen totgeschlagen zu werden, weil sie schwarz sind, sagen die Flüchtlinge.“ Na, wenn das keine frohe Frühlingsbotschaft ist! Gaddafi aber, unter dem die Zentralafrikaner in Sicherheit arbeiteten und lebten – keine Sorge, der Verblödungszenit ist noch immer nicht erreicht – „hat das Land zu einem wüsten Land gemacht, die Menschen gegeneinander ausgespielt, die Städte verkommen lassen.“ Klar, dass bei den 7587 zugestandenen Nato-Luftangriffen, die DAS LAND mit dem höchsten Lebensstandard Afrikas, zum Schutze der Zivilbevölkerung, versteht sich, Koran-kompatibel ins Mittelalter zurück bombten, das eine oder andere zu Bruche ging. Gleichwohl: „Der Wiederaufbau in Misurata hat noch nicht begonnen. Noch drehen sich keine Betonmischer vor den verwüsteten Fassaden.“

    Dafür drehen sich die Revolutionshelden. Um die eigen Achse. Ali Bani zum Beispiel. Er „rast die Straße entlang in seinem Pick-up“ mit „einem aufgeflexten MG-Geschütz.“ Munitionskisten und Rebellenfahne sowieso. „Er trägt ein Piratenkopftuch, darauf ein Baseballkappe, darüber eine Sonnenbrille. Es gibt niemand der cooler ist als er.“ Klar, dass Ali voll Banani, nichts lieber täte als seinen Pick-up gegen einen Betonmischer und sein MG gegen eine Schaufel einzutauschen. Wie „diese jungen Männer mit ihren übergroßen Sonnenbrillen, ihren billigen Lederjacken und der Fußballerfrisur. Dutzende, Tausende. Sie gehören zum Landschaftsbild. Sie warten und haben vergessen worauf. Etwas müsste passieren. Aber auch das Umwälzendste, was passieren könnte, ist schon passiert, die Revolution, und sie stehen immer noch da.“ Statt aus der Lederjacke in den Blaumann zu schlüpfen, um „die Landschaft hinter Tripolis: eine ausgedünnte Müllkippe“ zu säubern? SMOLTCZY ist diese Frage zuzutrauen.

    Dass er ein Wort darüber verliert, dass der UN-Menschenrechts-Rat noch Anfang 2011 Gaddafi einen Preis verleihen wollte, nicht. “Der Schutz der Menschenrechte ist in Libyen sichergestellt. Frauen sind in diesem Land hoch angesehen, und ihre Rechte werden von allen Gesetzen und der Gesetzgebung garantiert, “ heißt es in der Begründung. Um Begründungen ist Revolutionsfolgen-Tourist SMOLTCZYK ebenfalls nicht verlegen. Vor allem, wenn es darum geht, ins Wesen des ISLAMISMUS einzutauchen. Bei dem handelt es sich nämlich um eine „Rückversicherung mit der arabisch-islamischen Kultur“, vergleichbar, da muss man erst mal drauf kommen „mit dem widerständigen Katholizismus in Polen, mit der Renaissance der Orthodoxie im Russland.“ Eher boden- als widerständig, die Erklärung des „einzigen deutschen Staatsbürgers unter den Rebellenführern Esam el-Hasairi: ´Eigentlich haben wir die Revolution aus einem ganz einfachen Grund machen müssen: abends ins Bett gehen zu können mit dem Vertrauen, dass am nächsten Morgen das Haus noch steht und deine Familie noch lebt. Mehr wollten wir nicht. ´“ Mehr nicht? Dann hättet ihr´s besser bleiben lassen!

    Auch im drittelten Teil seiner arabischen Frühlings-Schnupper-Tour läuft SMOLTCZYK, nunmehr in Ägypten eingetrudelt, zu philosophischer Form auf: REVOLUTIONEN, bisher Autobahnen unbestimmten Anfangs und Endes, sind nunmehr, im Gegensatz zu, man fasst es nicht, den Merowingern, „unheimliche Ereignisse, schwer zu packen, nie ganz zu Ende, nie ganz geheuer.“ So im Costa Coffee, ein „Pendent zu Starbucks“, wenn man SMOLTCZYK glauben darf. Dort „vibriert ein Handy auf dem Tisch, kurz danach ein anderes. Es wird unruhig im Café, die Ersten stehen auf.“ Mohammed Tolba zum Beispiel, der unter Mubarak, „seines Bartes wegen schon viel zu leiden hatte.“ Denn „er habe keine Nilbrücke überqueren dürfen. Um seine Lehre“, er ist als Salafist ´nen Zacken schärfer als die Muslimbrüder, „nicht zu verbreiten.“ Nun darf er das: „Die Pyramiden hält er für ein Monument der Sklaverei, ohne sie“, wie tröstlich, “ darum gleich sprengen zu wollen wie andere Salafisten. Das Hand- und Kopfabhacken dagegen scheint ihm ein folgerichtiges Instrument der Strafgerichtsbarkeit.“ Andere Tahrir-Platz-Helden „kommen mit brennenden Fackeln, wollen die Gebäude brennen sehen, egal welche, und sei es das Haus der Geographischen Gesellschaft Ägyptens.“ Allahu akbar! „Die Revolution ist zurück!“

    Salafsten- Tolba durfte nicht über Brücken gehen, für die koptischen Christen sind sie samt und sonders abgebrochen, auch wenn sie, Durchfall statt Cholera, Muslimbrüder statt Salafisten wählten. „Wir werden auf dieser Welt leiden, hat ER gesagt“, so Altenpflegerin Dahlia, zur 2000-Seelen-Patriarchgemeinde gehörend: „ER wird sich um uns kümmern.“ Da wäre ich mir nicht sicher, Dahlia. Auch auf EKD-Schneider und Bischofskonferenz-Zollitsch würde ich nicht setzen. Auf den Aufschrei deutscher Berufsgutmenschen und Permanentbetroffener vom Schlage Roth, Künast und Nahles, gleich gar nicht. Zu politisch inkorrekt, euer Leiden und Sterben. Zu wenig interkulturelle Kompetenz.

    Von Mubarak ist mit einem Wort die Rede: gestürzter „Pharao.“ Von pharaonischer Beschneidung mit keinem. Wie auch? Waren es doch ausgerechnet der Ausbund des Bösen Mubarak, der Mitte 2008 die Genitalverstümmelung, der 90 Prozent der Ägypterinnen zum Opfer fielen, zur Straftat erklärte und seine Frau Suzanne, die gegen diese infernalische Grausamkeit ankämpfte: „Dann spürte ich wie mein Fleisch, meine Geschlechtsteile, fortgeschnitten wurden. Ich hörte den Klang der stumpfen Klinge, die durch meine Haut fuhr. Es gibt keine Worte, die den Schmerz beschreiben könnten. ´Herr im Himmel lass es rasch vorüber sein, ´ betete ich, dann verlor ich das Bewusstsein. Als ich aufwachte begann erst der schlimmste Teil. Mit den Dornen stach sie Löcher in die Haut, durch die sie einen festen, weißen Zwirn schob, um mich zuzunähen. Der Schmerz in meiner Scheide war so furchtbar, dass ich nur noch sterben wollte.“

    Bleibt abzuwarten, wann Tolba & Co das Antibeschneidungs-Gesetz kippen. Dass Sprecherin Lamia Hussein nun auch im Staatsfernsehen ihr Haupt mit einer Kopfwindel verhüllen darf, haben sie, so viel Revolution muss sein, bereits durchgesetzt.

    Um Letztere ist es dem Simplicissismus in Sachen Weltverbesserung trotzdem nicht bange: „Der Koran mag Facebook verdrängt haben, aber, “ naiver geht’s nicht, „das wird sich ändern, sobald den frommen Wünschen auf Wandel keine Änderungen folgen.“ Das Gegenteil ist der Fall: die frommen Wandel-Wünsche, SMOLTCZYK, haben, um Ihren roten Bruder im Geiste, Karl MARX, zu bemühen, die Massen ergriffen und werden so zur materiellen Änderungs-Gewalt. Wenn auch nicht so, wie Sie es sich, Ihren engen ideologischen Erkenntnisschranken geschuldet, einspinnen.

    Und wer auch immer an die Macht käme, die Sehnsüchte und Wünsche der mehr als 75.000 jungen Ägypter die Monat für Monat den Arbeitsmarkt fluten, kann keiner erfüllen. Vier auf einen Arbeitsplatz. Tendenz steigend. Am besten, sie gucken weiter durch ihre übergroßen Sonnenbrillen und warten, ohne zu wissen, worauf.

    Was vom Maghreb-Dreiteiler bleibt? Damit die Spannung nicht das Maß des Erträglichen überstieg, verriet das SPIEGEL bereits in seiner Ankündigung vom 17. Dezember 2011: „Smoltczyks Fazit der 5000 Kilometer langen Reise:

    ´Manche der ehemaligen Kämpfer tragen schon wieder Krawatte. ´“

    Wow! Schon wieder Krawatte! Was für eine Erkenntnis! Und: „Im vergangenen Jahr, “ so SMOLTCZYK, erneut ohne jeden erkennbaren Zusammenhang in 1/12, S.90 „haben viele Menschen sehr viel gelernt.“ Er nicht. Jedenfalls nicht Schreiben.

    Dr. Frank Kretzschmar
    dottoerfrank@hotmail.com

  2. Geradeaus's Gravatar Geradeaus
    4. Februar 2012 - 22:44 | Permalink

    Guten Abend,

    der Artikel findet sich auch auf der Homepage von Hans Püschel, unter http://www.hans-pueschel.de

    Gruß von der Küste

2 Trackbacks von "Kolumne – Arabischer Frühling an toten Christen"

  1. am 7. Februar 2012 um 11:28
  2. am 7. Februar 2012 um 17:02

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