+++ „Die Anständigen sind die Dummen“ +++
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(gb). „Ein Unternehmen zu Lasten der Mitarbeiter, der Lieferanten, vor allem aber auf Kosten des Staates zu sanieren, hat nichts mehr mit Marktwirtschaft zu tun“, so zitiert die WirtschaftsWoche den deutschen Textilunternehmer und Trigema-Chef Wolfgang Grupp. Der Unternehmer und seine 1200 Mitarbeiter zählende Firma sitzt wie Schlecker auf der Schwäbischen Alb. Wolfgang Grupp zieht seit Jahren gegen Unternehmer und Manager zu Felde, die viele Jahre große Gelder kassieren, für Managementfehler aber nicht zur Kasse gebeten werden und sich auf Kosten anderer aus der Affäre ziehen. Dies wirft Grupp nun auch seinem Landsmann Schlecker vor.
Vor allem kritisiert er, dass durch die Planinsolvenz nun erst einmal 3 Monatsgehälter eingespart werden und die Kosten der Bundesagentur für Arbeit, und damit dem Steuerzahler, aufgeladen werden. Die Bundesagentur bezahlt das sog. Insolvenzausfallgeld, das in etwa dem Arbeitslosengeld entspricht. Dieses Geld müsste sich der Insolvenzverwalter ansonsten von Banken oder möglichen Investoren besorgen und damit übernehmen die Beitragszahler der Arbeitslosenversicherung, also alle Arbeitnehmer und Unternehmen in der BRD, sowie die Steuerzahler über den Bundeszuschuss, einen nicht unerheblichen Kostenanteil an der Sanierung Schleckers. Die WirtschaftsWoche zitiert Grupp wie folgt: „Hier werden diejenigen belohnt, die dem Größenwahn und der Gier frönen, während die Anständigen die Dummen sind“. Das bisher verdiente Geld habe Schlecker, das er mit Hilfe seiner Angestellten verdient habe, für sich behalten bzw. in die weitere Expansion gesteckt. „Und jetzt, nachdem er gescheitert ist, wirft er das Deutschland vor die Füße“, so Grupp weiter.
Die Planinsolvenz ermöglicht Schlecker sich von riesigen Kostenblöcken zu befreien oder neu zu verhandeln, wozu auch Ladenmieten und Personalkosten gehören. Das bisherige Management bleibt unter der Oberaufsicht des Insolvenzverwalters, das einen Geschäftsplan mit dem Ziel ausarbeitet, dem Unternehmen eine neue Perspektive zu geben und den Gläubigern die Aussicht bieten soll, einen möglichst großen Teil ihrer Außenstände bezahlt zu bekommen. Es sei nicht auszuschließen, dass der schwerreiche Anton Schlecker, der das operative Geschäft bereits seinen Kindern übergeben hat, als Gewinner den Platz verlassen wird. Seine Kritiker werfen ihm vor, dass er das Unternehmen seit Jahren durch Fehlentscheidungen und durch Skandale im Mitarbeiterumgang heruntergewirtschaftet habe.
Wolfgang Grupp trat bereits in der Vergangenheit mehrmals öffentlich auf und wiederholte dabei seine Meinung, dass der Unternehmer wieder ein Stück weit mehr an Verantwortung entsprechend seiner wirtschaftlichen Tätigkeit zu übernehmen hat. Hier ein Fernsehauftritt bei “Menschen bei Maischberger”:
Siehe dazu auch:
Vorbildlich: Trigema-Chef haftet persönlich für seine Firma
Deutsche arbeiten im Jahr sechs Wochen mehr als Franzosen
Die Reallöhne der Deutschen sinken deutlich
Immer mehr Deutsche müssen zu Niedriglöhnen arbeiten












Soviel ich weiß, wird das konkursausfallgeld, also die drei Monate Lohn vom Arbeitsamt, später auf die anderen betriebe der Branche umgelegt. Über den beitrag für die Berufsgenossenschaft, wobei ein Anteil aus den Pleiten der Branchenbetriebe entsteht, werden dort entsprechend die Kosten wieder eingetrieben für’s Arbeitsamt.
Insofern zahlen das NUR die Arbeitgeber der Einzelhandelsbranche.