Mitt Romney: Liebling von Finanzhaien

+++ US-Präsidentschaftskandidat näher betrachtet +++

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(gb). Heuschrecke, Raubtierkapitalist und Liebling von Finanzhaien – Vorwürfe dieser Art kommen nicht etwa aus dem liberalen, sprich linken Lager; die Vorwürfe kommen direkt aus der eigenen Partei des Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner. Wieder einmal bewahrheitet sich das Sprichwort „Wer Parteifreunde hat, braucht keine Feinde mehr“. Die Parteifreunde Romneys veröffentlichten ein Video mit Namen „When Mitt Romney came to town“ . Das Video dauert 28 Minuten und entlarvt Romney nicht als einen Mann der Arbeitsplätze schuf, wie er behauptet, sondern als Vernichter von Arbeitsplätzen.

Mitt Romney habe seine Position als Manager einer Investmentfirma dazu benutzt, um auf dem Rücken amerikanischer Arbeiter zum vielfachen Millionär aufzusteigen. Er sei eine Heuschrecke, ein Raubtierkapitalist. Romney versucht mit seinen Erfahrungen aus der Wirtschaft seine Konkurrenten abzuhängen. Er wisse, im Gegensatz zu seinen Konkurrenten und Obama, wie man Jobs schaffe. Wie die WirtschaftsWoche meldet, gab Romney an, dass er bis zu 100 000 Jobs geschaffen habe. Was sind bis zu 100 000 Jobs? 100, 1000, 90 000, das ist sehr vage ausgedrückt und lässt vermuten, dass hier schöngefärbt werden soll. Der Film stellt Romney jedenfalls als jemanden dar, der zehntausende Jobs zerstört hat, und untermauert dies mit vier konkreten Beispielen.

Den Tatsachen entspricht ebenfalls, dass er in den 80er Jahren die Finanzinvestmentfirma Bain Capital gegründet hat. Nach Heuschreckenart kaufte diese Firma in Notlage geratene Unternehmen auf, sanierte diese und verkaufte sie mit hohem Gewinn weiter oder schlachtete sie aus, verkaufte vor der Sanierung die Filetstücke. Eine durchaus gängige Praxis im angelsächsischen Kapitalismus, der auch schon viele deutsche Unternehmen zum Opfer fielen. Wie der Film behauptet, habe Bain Capital bis zu 900 Prozent Gewinn bei den Geschäften erwirtschaftet, um den Preis, dass tausende Arbeiter ihr Jobs verloren hätten. Zu dieser Art Geschäftemachern fällt mir auch der Begriff Leichenfledderer ein.

Romney wurde durch diese „Arbeit“ reich, sehr reich. Gute 250 Millionen Dollar sollen sich auf seinen Konten befinden. Im Land der Gerechten wird er dafür auch noch belohnt, er zahlt einen geringeren Steuersatz, als ein Großteil der Amerikaner. Da seine Einkünfte aus Investmentgeschäften stammen, zahlt er lediglich 15 Prozent Einkommenssteuer. Zum Vergleich: normalerweise werden von Topverdienern in den USA 35 Prozent Einkommenssteuer kassiert.

Romney liegt zwar beim Spendenaufkommen noch deutlich hinter Barack Obama zurück. Obama erhielt bisher ca. 80 Millionen Dollar, während Romney noch bei etwa 30 Millionen liegt. Interessant ist allerdings, wer bisher der größte Spender für Romney war: Leute aus der Wall Street, führend dabei Angestellte und Mitglieder der Geschäftsführung der Investmentbank Goldman & Sachs. Knapp 350 000 Dollar gingen von dieser Investmentbank bisher an Romney. Dies weiß man so genau, da in den USA jeder der mehr als 200 Dollar an einen Politiker überweist, Name, Anschrift und Arbeitgeber nennen muss.

Weitere größere Geldgeber sind, laut WirtschaftsWoche, unter anderem die Credit Suisse (250 000 Dollar),  und Morgan Stanley (185 000 Dollar). Ein besonders großzügiger Gönner ist Hedgefonds-Ikone John Paulson. Der Gründer und Präsident der Investmentgesellschaft „Paulson & Co.“  wurde berühmt, da er während der US-Immobilienkrise rechtzeitig gegen den Häusermarkt gewettet hatte und damit 2007 rund 3,7 Milliarden Dollar verdiente, mehr als jeder andere Hedge-Fonds Manager in dem Krisenjahr. Paulson hat eine Million US-Dollar an die Romney-nahe Gruppierung „Restore Our Future“ gespendet. Dieser Paulson war auch Kunde von Goldman & Sachs und hatte Einfluss auf die Auswahl der Kunden, die in das Portfolio von Goldman aufgenommen wurden, anderen Kunden wurde erzählt, diese Auswahl sei von unabhängigen Dritten getroffen worden. Die Paulson-Gruppe verwaltet ein Vermögen von 28 Milliarden Dollar, Stand 2008, und der ehemalige Notenbankchef Alan Greenspan ist Berater dieser Gruppe, Greenspan verpflichtete sich seine Beratung der Paulson-Gruppe exklusiv zukommen zu lassen.

Da es in diesen Kreisen üblich ist, dass man für sein Geld auch eine Gegenleistung erwartet, kann man leicht Schlüsse daraus ziehen, für wen Romney als Präsident arbeiten wird.

Siehe dazu auch:

US-Antiterrorgesetz widerspricht dem Völkerrecht

Obama will beim Militär sparen

Planungen zum Angriff auf den Iran laufen

USA wollen weitere 700 Milliarden Dollar in Atomwaffen investieren

1 Kommentar von "Mitt Romney: Liebling von Finanzhaien"

  1. stefan's Gravatar stefan
    20. Januar 2012 - 17:37 | Permalink

    Die Parteifreinde Romneys: Schreibfehler
    - Danke für den Hinweis, wurde geändert – Die Redaktion

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