Der Tageskommentar – Kolumne von Michael Winkler
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Irgendwie klappt die geniale Idee, wonach Banken zuerst auf einen Teil der Rückzahlung griechischer Schulden verzichten und anschließend neues Geld nach Griechenland schicken, nicht so ganz wie erhofft. Die gierigsten unter den Geldverleihern, die Hedgefonds, möchten nicht verzichten. Das wiederum überrascht keinen, denn der Trick der Hedgefonds ist, mit fremdem Geld die Gewinne einzufahren. Geld, das sie selbst nicht haben, können sie den Griechen nicht erlassen, weil sie sonst selbst über den Jordan gehen. (Bei Gelddingen nehme ich lieber den Fluß in Israel, der paßt da viel besser als die arglose Wupper.) Inzwischen geht den Griechen (nicht dem Land, den Leuten) das Geld aus. Zumindest den ehrlichen, die anderen sind dabei, die letzten Euros außer Landes zu schaffen, bevor die Drachme eingeführt wird.
Mario Monti, der Mann von Goldman-Sucks, hat sich darüber beschwert, daß Italien in Europa nicht wichtig genug genommen werde. Er käme nicht als Bittsteller, sondern als Gleichberechtigter nach Berlin und Brüssel. Nun ja, Merkel und Sarkozy wurden immerhin gewählt, auch wenn die Wahlverfahren einige Eigentümlichkeiten aufweisen. Monti hingegen ist der Konkursverwalter, der die Hinterlassenschaft eines gewissen Silvio Berlusconi abwickelt. Und Italien wird überaus wichtig genommen, denn seine Schulden würden den Euro zerreißen. Genau deshalb muß der Konkursverwalter Italiens als Bittsteller auftreten, allerdings nicht allzu unterwürfig. Wenn er Rügen verteilen möchte, dann bitte über den Dienstweg, also über New York. Goldman-Sucks beauftragt dann Bilderberg, CFR, Trilaterale Kommission, Atlantikbrücke – all die bösen Organisationen, die wir alle so schätzen und lieben. Und die sagen Sarkokel und Merkozy, was sie zu tun haben.
In Teheran werden langsam die Atomwissenschaftler knapp, weil der Mossad die systematisch ermordet. Man könnte natürlich so tun, als seien es Regimegegner, aber die stehen auf der gleichen Gehaltsliste. Der „arabische Frühling“, die „grüne Revolution“, ist in Persien leider daneben gegangen. Anders als in Syrien sind auch keine Armeeangehörigen desertiert, um als „Soldaten des Regimes“ Zivilisten zu massakrieren. Die „subtilen“ Methoden funktionieren also nicht, deshalb wird man demnächst schießen müssen, nicht mehr auf Wissenschaftler, sondern auf Zivilisten. Aber das können die Israelis, das haben sie oft genug bewiesen. Es wird Zeit, den Öltank zu füllen, und Ihren Benzintank im Auto sollten Sie ebenfalls nicht allzu leer werden lassen.
Siehe dazu auch:
Griechenland vor dem Euro-Aus?
Italien in Händen von Goldman & Sachs?
Düstere Prognose: Euro-Zone steht Rezession bevor
Tötete der Mossad einen iranischen Atomforscher?
Weitere Kolumnen von Michael Winkler:
Zur Wulff-Affäre und dem Abzug der Amerikaner aus dem Irak
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Autorenportrait: Michael Winkler, Jg. 1957, ist Dilpom-Physiker und war bis 2002 als Programmierer und Softwareentwickler tätig. Seit 2003 ist er freier Publizist und veröffentlichte mehrere Werke. Neben politischen Büchern, wie in etwa „Das deutsche Jahrhundert – Staatskonzepte der Zukunft“ und „Betrüger Republik Deutschland – Informationen für Mitbürger, Steuerzahler, Wahlberechtigte“, widmet er seine publizistische Arbeit auch dem Roman-Genre.
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