Die Quersumme – Kolumne von Hans Püschel
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„Die rettenden Rettungsfonds“ sind nun unter Dach und Fach! Gottseidank – Europa ist gerettet und alles wieder in Butter. Jeder kann beruhigt seinen Geschäften nachgehen. Vor allem die Geretteten. Wissen wir, wen wir da alles gerettet haben mit unseren zusätzlichen Schulden und Garantien? Der von der EU in Griechenland eingesetzte Chef-Retter ist Lucas Papadimos. Schöner Papa. Er war von 1994 bis 2002 Chef der griechischen Nationalbank. Also genau in der Zeit als dort in freundlicher Zusammenarbeit mit Goldmann-Sachs die Bilanzen gefälscht wurden derart, daß das Land in die EU paßte. Damit ist er wohl qualifiziert, um beim Betrug weiterzumachen, also die europäischen Zahlerstaaten weiter auszunehmen (über die Rettungsfonds) und gleichzeitig Griechenlands Tafelsilber – sprich Volksvermögen – an die Wallstreet-Hochfinanz zu verschleudern – Privatisierung nennt man das. Für sicher nicht viel mehr als ein Linsengericht. Wie das unter guten Brüdern so üblich ist.
In Italien rettet Mario Monti auf die gleiche Weise.
Diser Super-Mario hatte als ehemaliger EU-Wettbewerbskommissar es besonders auf die gute deutsche Wettbewerbsfähigkeit abgesehn. Nun wird er das sicher von Italien aus weiterbetreiben. Also auch über die Rettungsfonds deutsches Geld absaugen. Er war Berater bei Goldmann-Sachs. Was ein Zufall aber auch! Die Erde ist eben ein Dorf und überall treffen sich Goldmann-Sachs-Leute. Gut – überall ist nicht ganz korrekt. Genauer gesagt: dort wo es etwas zu holen gibt. Nicht die peanuts sondern die ganz dicken Dinger, also so ab etwa mit mindestens Neun Nullen. Darunter ist Portokasse. Weiter wird die Skatrunde komplettiert durch
Mario Draghi als Chef der Europäischen Zentralbank.
Dieser zweite Super-Mario war schon mal Weltbank-Vorstand und ab 1991 italienischer Finanzminister. In dieser Funktion konnte er wunderbar das Finanz-und Rechtssystem des Landes für die „Märkte“ öffnen. Für diese Leistung wurde er mit dem Amt des Vizepräsidenten bei Goldmann-Sachs belohnt. Wat en Zufall aber auch! Der EU-Abgeordnete Canfin wirft Draghi vor, in diesem Amt massenhaft betrügerische „Swaps“ an europäische Staaten verkauft zu haben. So auch an Griechenland und damit gleichzeitig dessen EU-Kriterien zurechtgebogen zu haben. Jaja, gewisse Qualifikationen sind schon notwendig für europäische Führungsposten. Der Deutsche Axel Weber hatte bekanntlich diesen EZB-Chefposten abgelehnt, da er den Ausverkauf der Zahlerstaaten nicht mitmachen wollte. Dafür hat dann Frau Kanzlerin den Staatssekretär Asmussen dort hingeschickt, der vor Jahren die deutsche Finanzmarktöffnung betrieben und damit die betrügerische Ramschpapierverschuldung somit zu verantworten hat. Schadenshöhe ca. eine dreiviertel Billion, überwiegend bei Landesbanken.
In wessen Hände ist Europas Schicksal geraten worden?
Und ihr nickt zu all dem, liebe Landsleute, und hofft, daß es eben irgendwie weitergeht. Ob es hilft, noch schnell sein eigenes kleines Geschäftchen zu machen, ehe der große Knall kommt? Oder bleibt doch blos der Schiethaufen übrig, der dann geschluckt werden muß? Meint ihr denn, diese Skatrunden da oben werden auch nur das Geringste zum Nutzen Europas oder gar der einzelnen Länder tun? Wer das glaubt, hätte eigentlich das eben beschriebene, geschmackvolle Ergebnis sogar verdient. Die haben bis jetzt nur für ihre Hintermänner gearbeitet und dabei selbst sicher ein ordentliches Stück vom großen Kuchen abbekommen – warum sollten sie das plötzlich nicht mehr tun? Da lob ich mir doch die südländischen Europäer wie beispielsweise:
Die Griechen – die nehmen unser Geld und drehn uns eine Nase!
Wie für die Athener Metro, klimatisiert, mit Plasmabildschirmen, schrankenlos wohl zur freien Mitfahrt, denn den Bau hat ja die EU bezahlt mit 1,7 Milliarden Euro. Oder weil wir gerade beim Fahren sind: die nationale Eisenbahn. Jahresverdienst aller Angestellten durchschnittlich 70.000 Euro, incl. Putzfrauen und Arbeiter! Im Schnitt also 6 Mille pro Monat. Da guckst du deutscher Leiharbeiter und drückst deine Steuern unterstützend ab. Diese Bahn nimmt im Jahr rund 90 Millionen ein, braucht aber schon 575 Millionen für ihre Gehälter. Ob da Taxi für alle nicht billiger käme? Im letzten Jahrzehnt hat sich das öffentliche Gehaltsvolumen verdoppelt. Für die war der Euro ein Gewinn – oder? Die haben doch was drauf – die Griechen nicht wahr? Außerdem sind mehr als 600 Berufe dort als hart aber gefährlich eigestuft.
Das bedeutet: Rente mit 50 – in Worten: Fünfzig!
Und dann mit 95 Prozent des letzten Jahresverdienstes! Da steht sogar der deutsche Beamte oder Politiker blöd da – neben. Und gefährlich ist dort schon so etwas wie Frisör, Masseur, Konditor oder Radiosprecher. Vielleicht wegen der Hitze? Steuerklärung schreibt man selbst – so gut es geht. Geprüft wird kaum und wenn, dann muß eben ein „fakeli“ rüberwachsen. Der soll bei den Reichen bis zu 10.000 Euro betragen und im Schnitt so 2.000 Euro. Die großen griechischen Reeder (solche Leute wie Onassis) sind ganz von Steuern befreit. Schätzungen besagen, daß in Griechenland jährlich 45 Milliarden Steuern hinterzogen werden. Sie sind halt alles rechte cleverlies, also ich meine jetzt ‘rechte’ natürlich nicht im politischen Sinne. Um Gotteswillen – die sind eher richtig sozialistisch – nicht wahr? Und das klappt sogar, denn zum Bezahlen haben sie ja uns:
Der Michel zahlt alles in Europa!
Siehe dazu auch:
Griechischer Schuldenerlass auf Kosten deutscher Steuerzahler naht
Eurokise: So mogelte Griechenland, um an deutsche Steuergelder zu gelangen
Italien in Händen von Goldman & Sachs?
Ton zwischen Banken und Regierungen wird rauer
Rentenversicherung verlangt Verschärfung der Rente mit 67
Weitere Kolumnen von Hans Püschel:
Deutschland profitiert vom Euro?
Verbrechen nicht politisch mißbrauchen!
Wannseekonferenz und ihr Protokoll?
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Autorenportrait: Hans Püschel, Jg. 1948, ist Diplom-Betriebsingenieur (FH) und Ortsbürgermeister von Krauschwitz in Sachsen-Anhalt. Von 1990 bis 2010 war er Mitglied der SPD. Mit dem Bekenntnis „Ja, ich denke national!“ beendete er Ende 2010 seine Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten, die seiner Meinung nach eine politische Entwicklung zu Ungunsten des deutschen Volkes genommen haben. Er kam damit einem bereits eingeleiteten Parteiausschlussverfahren zuvor. Im Zuge seiner daraufhin erfolgten Annäherung an NPD-nahe Kreise, schloss ihn der Gemeindekirchenrat Teuchern als Mitglied und Kirchenältesten aus. Seit 2011 ist Hans Püschel ständiger Kolumnist der KOMPAKT-Nachrichten.
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