Zuschüsse für die Solarindustrie: Jeder Deutsche zahlt 1000 Euro

+++ Statt deutscher Unternehmen profitiert jedoch China +++

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(gb). Der eingangs erwähnte Betrag erhöht sich mit jeder künftig errichteten Solaranlage, so Manuel Frondel vom Wirtschaftsforschungsinstitut RWI. Jeder Stromkunde muss derzeit 3,5 Cent pro Kilowattstunde zusätzlich zahlen – und das zwanzig Jahre lang. Alleine die Errichtung der Solaranlagen im Zeitraum von 2000 bis 2010 zog Folgekosten von 81,5 Mrd. Euro nach sich, also ziemlich genau 1000 Euro pro Einwohner.

Doch trotz der ausgesprochen hohen Förderung, die durch Zwangsabgaben (Erneuerbare-Energien-Gesetz) und Steuern an die Solarunternehmen abgeführt werden, geht es der Branche schlecht. Die veröffentlichten Unternehmenszahlen von Hoffnungsträgern wie Solarworld oder SMA Solar enttäuschten zuletzt. Firmen wie Solon kämpfen gar ums Überleben. Das EEG sollte eigentlich das Klima retten, die Erderwärmung stoppen. Allerdings liest sich das EEG eher wie ein gigantisches Zuschussprogramm für die deutsche Industrie.

Dies hat sich allerdings ins Gegenteil verkehrt – Hauptprofiteur des EEGs ist nämlich die Volksrepublik China. „Die Chinesen sind der Hauptprofiteur des Erneuerbare-Energien-Gesetzes“, sagt Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarmarktforschung Berlin in der FAZ. „Das EEG sichert mehr Arbeitsplätze in China als in Deutschland“. Hummel belegt seine Aussagen mit exakten Zahlen, so ist der chinesische Anteil bei Modulen und Zellen bei 60 %, der deutsche Anteil bei 15 % – Tendenz sinkend. Die FAZ zitiert Hummel dazu wie folgt: „Deutschland hat international das finanziell attraktivste Photovoltaik-Förderprogramm. Der Marktzugang ist völlig unbeschränkt. In umgekehrter Richtung gilt dies nicht.“

Trotz dieser Fehlentwicklung beharrt die Solarlobby auf weiteren Fördermaßnahmen, und jeder Versuch die Förderung zu kürzen wird vehement abgelehnt. Die Begründung laut FAZ: „Eine Umsetzung der Vorstöße würde den Ausbau der erneuerbaren Energien ausbremsen und die Zukunftsbranche Solarenergie gefährden“. Dabei kommt die Gefahr nicht vom Subventionsabbau, sondern aus dem Fernen Osten. Die Solarindustrie läuft Gefahr, das Schicksal der deutschen Unterhaltungselektronikindustrie zu teilen, an die klangvolle Namen wie Grundig oder Telefunken erinnern (beide übrigens zwischenzeitlich in türkischer Hand).

Nach einer Untersuchung der Boston Consulting Group liegen die Fertigungskosten der Chinesen um 20 % unter dem deutschen Niveau. Zusätzlich beherrschen auch die Chinesen das Instrument der staatlichen Förderung ihrer Unternehmen. So bekommen Solarunternehmen Kredite zu äußerst günstigen Konditionen und können damit ihre Produktionskapazitäten großzügig ausbauen. Die dadurch entstehende Überkapazität führt zum Preisverfall. So liegen die Modulpreise heute bei 20 % des Modulpreises von 2008, sehr zur Freude der Käufer und zum Leidwesen der deutschen Solarindustrie.

Mit Markwirtschaft hat beides nichts zu tun. Es werden Industrien gefördert, die normalerweise nicht in dem Maße existieren würden, da der Markt ohne Zuschüsse nur sehr langsam gewachsen wäre. Ein Blick nach Österreich genügt, dort sieht man kaum Solardächer, verspiegelte Wiesen schon gar nicht. Dort wird allerdings auch keine Industrie künstlich aufgebaut und auf Kosten der Gemeinschaft am Leben erhalten. Glückliches Österreich.

Siehe dazu auch:

Tunesischer Solarstrom für die EU

Öko-Stromumlage steigt um 70 Prozent

Strompreise werden wegen Energiewende stark ansteigen

4 Kommentare von "Zuschüsse für die Solarindustrie: Jeder Deutsche zahlt 1000 Euro"

  1. Marco P.'s Gravatar Marco P.
    4. Dezember 2011 - 13:00 | Permalink

    Vor allen Dingen profitieren diejenigen, welche solche Projekte zwischenfinanzieren und dafür Zinsen und Zinseszinsen bekommen. Denen ist ziemlich egal wo die Produkte hergestellt werden… ;)

  2. 4. Dezember 2011 - 17:25 | Permalink

    @Marco
    Richtig, viele dieser Solaranlagen werden finanziert und sind ein lukratives, sicheres Geschäft, für die Finanziers.
    Die Betreiber der Anlagen werden mit dem Ofenrohr ins Gebirge schauen und zwar dann, wenn die Inflation den Festbetrag frisst, den sie per Zwangsabgaben erhalten. Da sich die Anlagen erst ab ca. 10 Jahren “rechnen” ist dies evtl. schon vor der Amortisation der Fall.
    Hier wird es Heulen und Zähneknirschen geben. Ich kann dazu nur sagen, mein Bedauern wird sich in Grenzen halten.

  3. Buko's Gravatar Buko
    5. Dezember 2011 - 10:45 | Permalink

    Ich wußte nicht mal das ein Elektro-Enzephalo-Gramm den Klimawandel stoppen kann…

    Und könntet ihr bitte aufhören über erneuerbare Energie zu lästern?? Keine 5 km von mir steht ein AKW!!! Das Ding is hässlich, gefährlich und verseucht die Umgebung. Wir ham hier in der Stadt ne ziemlich hohe Krebsrate…

    Warum seid ihr gegen erneuerbare Energien?? Weil sie “neu” sind?? Oder weil sie mal was anderes sind, außer Kohlekraftwerke??

    für konstrukitve Kritik steh ich zur Verfügung,
    euer Buko

  4. Marco P.'s Gravatar Marco P.
    5. Dezember 2011 - 21:32 | Permalink

    @Buko: “Warum seid ihr gegen erneuerbare Energien?? Weil sie “neu” sind?? ”

    Erneuerbare Enerigien sind nicht “neu”. Bereits um 1840 wurden Wasser- und Windmühlen zugunsten von Dampfmühlen abgeschaft, da sie ganz einfach unwirtschaftlich waren.

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