KOMPAKT-Umfrage: Nur 6% unterstützen Merkel-Kurs zur Eurorettung

+++ Mehrheit der Leser befürwortet Austritt aus Euro und EU +++

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(mb). Seit Monaten sind Berichte über die neuesten Entwicklungen der Euro-Krise aus den täglichen Nachrichten nicht mehr wegzudenken. Immer wieder tun sich bei Pleitestaaten oder Banken neue „Löcher“ auf, die stets mit geradezu astronomischen Geldsummen und Garantien gestopft werden – auf Kosten des Steuerzahlers. Und trotzdem ist offenbar keine „Besserung“ in Sicht; nach wie vor steckt der Euro in einer tiefen Schuldenkrise. Immer mehr Deutschen erscheint die einstmals gefeierte Gemeinschaftswährung mittlerweile nur noch als ein Fass ohne Boden.

So verwundert es kaum, dass auch die Leser der KOMPAKT-Nachrichten sich in unserer Umfrage mit großer Mehrheit gegen den Euro, die EU und den derzeitigen Kurs der Bundesregierung positionieren. Konkret hatten wir Sie gefragt:

Wie sollte sich Deutschland in der Euro-Schuldenkrise verhalten?

Einem Prozent unserer Leser ist das egal. Fünf Prozent schlagen eine Aufteilung der EU in eine Nord- und Südzone vor. Hierbei würde Deutschland eine Währungsunion nur mit den volkswirtschaftlich „kompatiblen“, nordeuropäischen Staaten eingehen, dieses Szenario ist auch bekannt unter dem Stichwort „Nordo“.

Den bisherigen Kurs der Bundesregierung unter Angela Merkel unterstützen gerade einmal 6 Prozent unserer Leser. Sie möchten bereitwillig aus einer wie auch immer gearteten historischen Verantwortung heraus für andere Länder zahlen, bis auch die Bundesrepublik Pleite geht. Unter den etablierten Parteien im Bundestag scheint eine derartige Ansicht bereits Konsens zu sein. Ob Grüne oder CSU, sie alle unterstützen durchweg den „alternativlosen“ Zahlmeister-Kurs Deutschlands. Die Erweiterung der Eurohilfen mit deutschen Bürgschaften bis zu 211 Milliarden Euro wurde im September folglich auch mit großer Mehrheit vom Bundestag beschlossen.

Dabei haben die Kosten für Deutschland schon längst ungeheure Dimensionen angenommen. So hat die Gemeinschaftswährung Deutschland seit ihrer Einführung bereits etwa 2500 Milliarden Euro gekostet, wie der ehemalige Thyssen-Manager Dieter Spethmann bereits im Juni vorrechnete. Hinzu kommt noch die Euro-Rettung, die jeden Deutschen laut Bund der Steuerzahler statistisch gesehen gut 3500 Euro kosten dürfte. Geld, das für Bildung, Soziales und Infrastruktur fehlen wird. Der Chef des Ifo-Instituts, Hans Werner Sinn, sieht wegen der Euro-Rettungspakete sogar bereits die Renten in Deutschland in Gefahr.

18 Prozent unserer Leser fordern einen Ausschluss von Pleitestaaten wie Griechenland aus der EU. So bürgt und zahlt die Bundesrepublik für griechische Schulden in Milliardenhöhe – und erntet dafür zu allem Überfluss auch noch jede Menge Hass und Verachtung aus Griechenland, und: Dem südeuropäischen Land droht dennoch die Pleite; es kann seine Schulden nicht zurückzahlen. Neben Portugal gerät derweil auch Italien zunehmend in Bedrängnis.

Die meisten Leser, nämlich 70 Prozent, stimmten für den sofortigen Austritt Deutschland aus der EU und dem Euro. Dass diese Zahl nicht unrealistisch ist, belegt etwa die repräsentative Umfrage des Forsa-Instituts für den „stern“, wonach 54 Prozent eine Rückkehr zur D-Mark wünschen. Auch fürchten 86 Prozent der Bundesbürger bereits um die Stabilität des Euros.

Langsam wächst auch Widerstand gegen die Milliarden-Rettungspakete, deren Hauptlast Deutschland trägt. Der ehemalige BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der selbst nicht mehr FDP wählt, warnt seit längerem: „Der Euro bedroht Europa“ und erhält dafür massiven Zuspruch. Den Bundestagsabgeordneten Wolfgang Bosbach (CDU) trafen wegen seiner euroskeptischen Haltung bereits wüste Beschimpfungen seines Parteigenossen Ronald Pofalla. Auch der CSU-Politiker Peter Gauweiler äußerte Bedenken gegen die Rettungsschirme. Innerhalb der bei den letzten Wahlen dramatisch abgestürzten FDP haben derweil die EU-Rebellen um Frank Schäffler ihr Ziel der Ausweitung der Transferunion im Zuge einer Mitgliederentscheidung leider nicht erreicht.

Die Chancen, die Politik der etablierten Parteien doch noch zu ändern, stehen allerdings gleich Null, zumal den eurokritischen Bestrebungen innerhalb von FDP, CDU und CSU übermächtige Parteiführungen entgegenstehen. So konnte beispielsweise auch die CDU-interne Oppositionsgruppe „Linkstrend stoppen“, die sich bereits längere Zeit gegen den aktuellen Linkskurs der Merkel-Partei richtet, bislang praktisch nichts verändern.

Während die von namhaften Euro-Kritikern angestrengte Klage gegen den Rettungsschirm inzwischen abgewiesen wurde, wird bereits vor einer Partei gewarnt, die mit der Euro-Kritik als Hauptthema bis zu 37 Prozent der Wähler ansprechen könnte, wie eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins „Focus“ kürzlich ergab. Dass diese Partei nicht dem bislang etablierten Spektrum angehören wird, dürfte inzwischen klar sein. Ob ihr der Durchbruch gelingt, bleibt allerdings fraglich.

An dieser Umfrage nahmen 2489 Leser teil.

 

In unserer neuen Umfrage möchten wir ab heute von Ihnen wissen:

DIE LINKE und die Piratenpartei möchten harte Drogen legalisieren. Was halten Sie davon?

- Finde ich gut, auch wenn harte Drogen tödlich sind.
- Harte Drogen sollen verboten bleiben, aber weiche sollten legalisiert werden.
- Bin ich klar dagegen. Drogen sollten stattdessen noch stärker bekämpft werden.
- Ist mir egal, solange meine Kinder die Finger davon lassen.
- Das ist mir völlig egal.

Die Umfrage finden Sie wie immer rechts in der Seitenspalte.

Ergebnisse früherer KOMPAKT-Umfragen:

Steuerliche Mehreinnahmen sollen zum Schuldenabbau verwendet werden

Nur 17 % befürworten die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit

Mehrheit lehnt sofortigen Ausstieg aus der Atomenergie ab

95% wollen mehr politische Mitbestimmungsrechte

1 Kommentar von "KOMPAKT-Umfrage: Nur 6% unterstützen Merkel-Kurs zur Eurorettung"

  1. 23. Dezember 2011 - 20:49 | Permalink

    Praktisch nichts verändern? Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut! Und Dutschkes “Gang durch die Institutionen” dauerte 40 Jahre! Meine Damen und Herren, so viel Zeit haben wir nicht! Klar! Aber WIR können nur einen Schritt nach dem anderen tun! Schließen Sie sich unserer Basisbewegung an, GEMEINSAM könnten wir noch viel mehr schaffen! Frohe und gesegnete Weihnachten wünscht Ihnen und Ihren Lesern, Michael W. Nickel, Sprecher der “Aktion Linkstrend stoppen”

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