Gab es 1999 einen Deal zwischen dem „rechten Terrortrio“ und dem Verfassungsschutz?

Verfassungsschutz machte dem Terrortrio ein „Ausstiegsangebot“

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Jena/Zwickau (fm). Anfang dieser Woche berichtete die Leipziger Volkszeitung, daß die Terrorverdächtige Beate Zschäpe zwischen 1998 und 2011 für den Verfassungsschutz gearbeitet haben soll. Dafür sei sie staatlicherseits „gedeckt“ worden. Mittlerweile scheinen sich die Verbindungen zwischen dem Terrortrio und dem Verfassungsschutz zu verdichten. Laut einem Bericht der Berliner Morgenpost soll eine Sprecherin des Thüringer Landesamtes für Verfassungsschutz bestätigt haben, daß der Verfassungsschutz 1999 Kontakt zu den Eltern von Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe aufgenommen habe. Dabei soll dem mutmaßlichen Terrortrio Strafmilderung angeboten worden sein.

Zum damaligen Zeitpunkt waren die Drei untergetaucht, nachdem sie entsprechende Bomben gebaut haben sollen. Der Thüringer Verfassungsschutz wollte Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos ein Jahr nach ihrer Flucht mit einem „Ausstiegsangebot“ aus dem Untergrund holen. Das sagte der damalige Verteidiger Böhnhardts, Gerd Thaut, dem FOCUS. Thaut zufolge kam im März 1999 ein Mitarbeiter des Thüringer Verfassungsschutzes in seine Kanzlei, angeblich im direkten Auftrag des Verfassungsschutzchefs Helmut Roewer. Der Mann habe erklärt, er wolle den 1998 untergetauchten Bombenbauern helfen, in die Legalität zurückzukehren. Würden die Drei mit dem Verfassungsschutz kooperieren, könnten sie mit einer milderen Strafe rechnen. So würde man sie nicht wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung belangen, sondern nur wegen Sprengstoffbesitzes, schilderte Thaut das Gespräch. Er übermittelte das Angebot der Mutter Böhnhardts, die einverstanden gewesen sei. Allerdings soll die Staatsanwaltschaft gegen einen Deal gewesen sein. Der Verfassungsschutz bestätigte laut FOCUS den Kontakt, bestreitet aber, daß es Versprechungen in Bezug auf mögliche Strafmilderung gegeben habe. Auffällig ist jedoch, daß dieser Kontakt im Jahr 1999 stattgefunden haben soll, während ein Jahr später die Mordserie begann. Der Vorsitzende des Parlamentarischen Kontrollgremiums im Thüringer Landtag, Wolfgang Fiedler (CDU), reagierte schockiert: „Wenn das stimmen würde, wäre das der Hammer“, sagte er.

Unterdessen berichtete der Stern, daß beim Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter Agenten eines US-Geheimdienstes und zwei Verfassungsschutzmitarbeiter am Tatort anwesend waren.

Siehe dazu auch:

Offene Fragen zum „Rechten Terror“ – Die Ungereimtheiten in der Übersicht

Terrorverdächtige Zschäpe soll für den Verfassungsschutz gearbeitet haben

 

2 Kommentare von "Gab es 1999 einen Deal zwischen dem „rechten Terrortrio“ und dem Verfassungsschutz?"

  1. Hein Brühmann's Gravatar Hein Brühmann
    4. Dezember 2011 - 09:39 | Permalink

    Es wird immer geschrieben das Trio wäre untergetaucht!Ich dachte immer untergetaucht ist jemand nach dem polizeilich mit Haftbefehl gefahndet wird und der nicht auffindbar ist,das war ja bei dem Trio wohl nicht der Fall.

  2. Hüftsteak's Gravatar Hüftsteak
    10. Dezember 2011 - 18:40 | Permalink

    also jeder normal denkende Mensch kann sich ausmalen das diese ganzen Aktionen im Auftrag des VS und im Endeffekt der Deutschen Regierung war. Also sollte man nicht über ein NPD Verbot Nachdenken sondern CDU/CSU und wie die ganzen Gutmenschen Parteien heißen. Diese sollen verboten werden…oder Herr Friedrich

1 Trackback von "Gab es 1999 einen Deal zwischen dem „rechten Terrortrio“ und dem Verfassungsschutz?"

  1. am 1. Januar 2012 um 17:04

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