Terrorverdächtige Zschäpe soll für den Verfassungsschutz gearbeitet haben

++ Weitere Geheimdienst-Verstrickung in Döner-Mordserie ++

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Zwickau (fm). Die einzige Überlebende der sogenannten „Zwickauer Terrorzelle“ hat offenbar bis zuletzt mit staatlichen Organen zusammengearbeitet. Laut einem Bericht der Leipziger Volkszeitung soll die Terrorverdächtige Beate Zschäpe zwischen 1998 und 2011 für den Verfassungsschutz gearbeitet haben. Dafür sei sie staatlicherseits „gedeckt“ worden. Somit scheinen gewisse Geheimdienststellen noch intensiver in die Mordserie verstrickt zu sein, als bisher angenommen.

Der Hinweis stamme laut Leipziger Volkszeitung vom Landeskriminalamt Thüringen. Zschäpe soll den Behörden Informationen über die rechte Szene verschafft haben, also als V-Frau gearbeitet haben. Dafür soll sie der Verfassungsschutz in Thüringen geschützt haben. Für ihre Geheimdiensttätigkeit soll Beate Zschäpe fünf Decknamen verwendet haben. 2003 soll es darüber hinaus Kontakte zwischen der Justiz und Vertrauten von Zschäpe gegeben haben, ob und wie sich die Abgetauchte zurück an die Öffentlichkeit begeben könne. Beate Zschäpe entwickelt sich zunehmend zur entscheidenden Schlüsselfigur. Wie die LVZ weiter berichtet, sollen sich mehrere Länderinnenminister darauf verständigt haben, daß LKA-Vertreter im Bundestags-Innenausschuss keine weiteren Details bekanntgeben dürfen.

Unterdessen gibt es verschiedene Medienberichte, wonach 1991 aus einem Bundeswehr-Depot im thüringischen Großeutersdorf 38 Kilogramm Dynamit verschwunden seien. Ein Teil dieses Sprengstoffs wurde später in einer Garage gefunden, die von Beate Zschäpe angemietet wurde. Bisher ist unklar, wie Zschäpe an den Bundeswehrsprengstoff gelangte. Unklar ist auch, ob Zschäpe in den Genuss der Kronzeugenregelung kommt, wonach sie Strafmilderung erhielte, wenn sie mit der Justiz kooperiert.

Siehe dazu auch:

Offene Fragen zum „Rechten Terror“ – Die Ungereimtheiten in der Übersicht

7 Kommentare von "Terrorverdächtige Zschäpe soll für den Verfassungsschutz gearbeitet haben"

  1. Ralf's Gravatar Ralf
    29. November 2011 - 17:35 | Permalink

    Mir fehlt die Meldung, dass der ehemalige NPD-Funktionär Ralf Wohlleben wegen Unterstützung der NSU verhaftet wurde.

  2. Stefan G.'s Gravatar Stefan G.
    29. November 2011 - 17:58 | Permalink

    @ Ralf:
    Sei doch nicht so ungeduldig. Jetzt wurde erst mal die Verstrickung von Beate Zschäpe aufgedeckt. Was dieser Ralf W. mit der Sache zu tun haben soll, ist ja bisher gar nicht klar. Wenn es da Klarheit gibt, gehe ich mal davon aus, werden die Kompakt-Nachrichten sicherlich auch berichten. Aber bisher ist der Zusammenhang mit diesem Ralf W. noch reine Spekulation. Die Kompakt-Nachrichten scheinen sich halt nur auf erwiesene Fakten zu stützen. Also warten wir einfach mal ab, wie sich die Faktenlage weiter entwickelt. Es wird zumindest von Tag zu Tag spannender.

  3. Kurt Großkurth's Gravatar Kurt Großkurth
    29. November 2011 - 19:34 | Permalink

    Meine persönliche Meinung ist:
    von Staats wegen alles eine riesengroße Vertuschungsaffäre!
    Auch die “Döner-Morde” wurden vertuscht, und nun fragt Euch mal, warum?

  4. Ralf's Gravatar Ralf
    29. November 2011 - 20:26 | Permalink

    Hat wohl eher damit zu tun, dass die Kompakt-Nachrichten, die sich ja gern auf erwiesene Fakten stützt, die NSU gern als Produkt des Verfassungsschutzes deklariert, aber die NPD hat damit nieeeeeemals etwas zu tun. Wird sich ja im Verbotsverfahren herausstellen. Ach ja, erwiesenermaßen war der Ralf (upps, ich muss mir wohl einen anderen Nick zulegen) Wohlleben ein Funktionär der NnnnnPpppppDddddd. Na sowas.

  5. Universum's Gravatar Universum
    29. November 2011 - 21:53 | Permalink

    @Ralf
    Wie du im obigen Artikel nachlesen kannst, berufen sich die KOMPAKT-Nachrichten bzgl. Verfassungsschutz doch auf die LVZ und saugen sich das nicht aus dem Finger. Verbindungen von NSU zur NPD gibt es derzeit ja auch nicht wirklich, bis auf besagten Ralf W., doch dieser ist laut Pressemeldung des thüringischen NPD-Vorsitzenden Frank Schwerdt seit 9/2010 nicht mehr Mitglied und pflegt keinen Kontakt zu der Partei. Auch wird Ralf W. lediglich verdächtigt – bis zur Verurteilung gilt bekanntlich die Unschuldsvermutung. Von Ralf W. also gerade jetzt auf eine Beteiligung der NPD an den Morden zu schließen, wäre schon eine ziemlich wacklige Argumentation. Zumal die NPD sich von den Taten auch deutlich distanziert hat.

  6. Anonymous's Gravatar Anonymous
    29. November 2011 - 22:00 | Permalink

    Döner-Morde? ->Wusste gar nicht, dass man Döner umbrigen kann.

  7. migru's Gravatar migru
    30. November 2011 - 11:05 | Permalink

    Vielleicht haben die bösen NSUler ja am Anfang tatsächlich nur auf die Döner geschossen. Herrje, bei sowas ist man schließlich extrem aufgeregt und das Adrenalin spritzt von innen gegen die Schädeldecke. Da geht schon mal ein Schuß daneben. Aber trotzdem: Gewalt gegen Lebensmittel kann keine Lösung sein! migru

5 Trackbacks von "Terrorverdächtige Zschäpe soll für den Verfassungsschutz gearbeitet haben"

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