Die Quersumme – Kolumne von Hans Püschel
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Die Zweite innerhalb von reichlich zwanzig Jahren. Dies wurde mir schlagartig klar, als mir dieser Tage ein großformatiges Bild unserer Regierungsspitze Merkel – Schäuble in der Zeitung entgegensprang. Beide ins Gespräch vertieft, ihre Umwelt vergessend, der Finanzminister mit steifem Griff auf ein imaginäres Etwas in der Luft greifend. Ich konnte nicht umhin, als mit dicken Lettern quer übers Bild zu schreiben: BRD = DDR – Endstadium! So, als ob ich es nicht wieder vergessen sollte. Wenn ich rückblickend ehrlich bin, muß ich feststellen, daß der Zusammenbruch der DDR für mich überraschend kam. Im ungeliebten System aufgewachsen, war es einem anscheinend eine so unverrückbare Basis in der eigenen Gedankenwelt geworden, daß seine Existenz in Zweifel zu ziehen – außerhalb der Vorstellungswelt lag.
Das Undenkbare denkt man offensichtlich nicht!
Also war eine Konsequenz für mich, zukünftig bei der Betrachtung und Analyse des Gesellschaftssystems, in welchem ich lebe, immer auch die extremste Entwicklungsmöglichkeit ins Kalkül zu nehmen: den System-Gau. Vermutlich sind wir Menschen so gestrickt, daß wir diesen Gedankengang automatisch verdrängen, weil er unsre Existenzgrundlage in Frage stellt. Analogien drängen sich auf: Die DDR ist ja nicht an ein paar tausend Demonstranten kaputt gegangen – die Pläne zur Internierung von Systemgegnern lagen vor und genügend Vollzugskräfte dafür standen bereit – sondern wegen ihrer hoffnungslosen Überschuldung. Wenn Strauß nicht schon einmal eine Milliarde harter Währung besorgt hätte, wäre der Zusammenbruch wohl noch eher gekommen.
Die Staatsführung nahm Paraden ab zum 40. Staatsjubiläum…
…derweil das ganze System schon am zusammenrutschen war, einem Kartenhaus gleich. Und so wie diese Milliarde damals für die kleine DDR ungeheuer viel war, so ist es heute die Billion zu Zeiten eines von der EU vereinnahmten Deutschlands. Und es können ja auch zwei werden – nichts ist unmööglich! Unsre beiden deutschen Haupt-Jongleure meinen zu lenken und werden doch geschoben, zu hektischem Lavieren und Reagieren verdammt. Dabei ist allen Beteiligten das Land und seine Zukunft komplett aus dem Gesichtsfeld entglitten.
Wer soll das bezahlen?
Diese Frage wird offensichtlich verdrängt. Bekommt unsre Staatsführung auch schon wieder nicht mit, wie ihr das Volk und die volkswirtschaftliche finanzielle Basis entgleiten oder schon entglitten sind. Ein wirtschaftlich gesundes Deutschland binnen weniger Jahre zu überschulden in ein noch stärker verschuldetes Europa hineinreißen – gar noch als Rettung darstellen? Soll dieser angestrebte gleichgeschaltete Einheitsbrei, von einer Clique von Bürokraten und Kommissaren gelenkt und nicht die Spur einer demokratischen Legitimation besitzend dieselbe Prosperität für den Kontinent entfalten wie das die einzelnen Nationen in ihrem natürlichen egoistischen Streben für sich bisher bewiesen haben? Die großen zwangsweisen Konglomerate wie Sowjetunion oder USA zeigen genau das Gegenteil. Sie können kurzfristig zwar Macht entfalten, verlieren aber ihren technologisch-wirtschaftlichen Schwung. Wenn alles allen gehört – so unsre sozialistische Erfahrung – dann ist auch alles nichts mehr wert. Wobei beide Superstaaten bei ihrem Start nicht so ein erdrückenden Schuldenpaket zu tragen hatten wie es sich für die angestrebten Vereinigten Staaten von Europa schon heute eingestellt hat. Oder meint jemand, die Schulden der Länder, von Rettungsfonds und -mechanismen, EZB und Notenbanken hätten sich dann plötzlich in Luft aufgelöst?
Siehe dazu auch:
Ifo-Präsident: Griechenland bleibt nur der Austritt
Enthüllt: Regierung verschwieg Ernst der Lage
Italien in Händen von Goldman & Sachs?
Weitere Kolumnen von Hans Püschel:
Vergiß nicht, daß Du ein Deutscher bist!
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Autorenportrait: Hans Püschel, Jg. 1948, ist Diplom-Betriebsingenieur (FH) und Ortsbürgermeister von Krauschwitz in Sachsen-Anhalt. Von 1990 bis 2010 war er Mitglied der SPD. Mit dem Bekenntnis „Ja, ich denke national!“ beendete er Ende 2010 seine Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten, die seiner Meinung nach eine politische Entwicklung zu Ungunsten des deutschen Volkes genommen haben. Er kam damit einem bereits eingeleiteten Parteiausschlussverfahren zuvor. Im Zuge seiner daraufhin erfolgten Annäherung an NPD-nahe Kreise, schloss ihn der Gemeindekirchenrat Teuchern als Mitglied und Kirchenältesten aus. Seit 2011 ist Hans Püschel ständiger Kolumnist der KOMPAKT-Nachrichten.
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