Ton zwischen Banken und Regierungen wird rauer

+++ Verzicht auf Verbindlichkeiten gefordert +++

♦ vertont ♦

(freiheitlich/gn). Angesichts zunehmender Proteste von rechts und links gegen immer neuen Euro- und Bankenrettungspakete versuchen manche Regierungsvertreter, zumindest rhetorisch auf Abstand zur Finanzbranche zu gehen. Die Banken sollten endlich einen größeren Anteil zur Bewältigung der Schuldenkrise übernehmen. Beginnt hier ein „Schwarzer Peter”–Spiel vor dem finalen Kollaps? Wird hier manchen Verantwortlichen langsam Angst und Bange vor dem angestauten Volkszorn? Oder ist wieder nur alles Show? Denn gleichzeitig verhandeln eben jene Regierungsvertreter weiter mit Ackermann & Freunden hinter den Kulissen in intimer Runde.

Nach einem Bericht in der heutigen BILD ist Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann zentral an Verhandlungen über einen Schuldenschnitt für Griechenland beteiligt. Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf Finanz- und Regierungskreise. Bei den Verhandlungen geht es um einen Erlass von bis zu 50 Prozent der griechischen Schulden. Formal sollen die privaten Banken freiwillig auf ihre Verbindlichkeiten verzichten. Ob es zu solch einer Einigung bis zum Ende dieser Woche kommt, sei allerdings sehr fraglich. Durchaus ist die bestehende Währungs- und Wirtschaftskrise mitunter auch den raffgierigen Bankern geschuldet. Dass letztlich die Eurokrise aber auch eine Folge des verhängnissvollen Elitenprodukts zur Schaffung eines monströsen EU-Einheitsstaates mittels gemeinsamer Währung ist, sollte in dieser Hinsicht nicht außer Acht gelassen werden.

Siehe dazu auch:

Euro-Einführung als Gewalttat an der Wirtschaft

Eurokrise: Was erwartet die nächste Generation?

Kolumne – „Occupy Wall Street“ – Zu den Demonstrationen und deren Sinn

1 Kommentar von "Ton zwischen Banken und Regierungen wird rauer"

  1. 17. Oktober 2011 - 20:06 | Permalink

    „Der Sparer erzeugt mehr Ware, als er selbst kauft, und der Überschuss wird von den Unternehmern mit dem Geld der Sparkassen gekauft und zu neuen Realkapitalien verarbeitet. Aber die Sparer geben das Geld nicht her ohne Zins, und die Unternehmer können keinen Zins bezahlen, wenn das, was sie bauen, nicht wenigstens den gleichen Zins einbringt, den die Sparer fordern. Wird aber eine Zeitlang an der Vermehrung der Häuser, Werkstätten, Schiffe usw. gearbeitet, so fällt naturgemäß der Zins dieser Dinge. Dann können die Unternehmer den von den Sparern geforderten Zins nicht zahlen. Das Geld bleibt in den Sparkassen liegen, und da gerade mit diesem Geld die Warenüberschüsse der Sparer gekauft werden, so fehlt für diese jetzt der Absatz, und die Preise gehen zurück. Die Krise ist da.“

    Silvio Gesell („Die Natürliche Wirtschaftsordnung durch Freiland und Freigeld“, 1916)

    Im Jahr 2007 hatten die Geschäftsbanken in der Bundesrepublik Deutschland Zinseinnahmen von insgesamt 419 Mrd. Euro, die Zinsaufwendungen für Sparer (vor allem Großsparer) betrugen 328 Mrd. Euro, und die Bankmarge war somit 91 Mrd. Euro. Davon mussten die Geschäftsbanken die Risikoprämie (Kreditausfall-Versicherung), Gehälter für über 600.000 Bankangestellte, sowie sämtliche Gebäude- und sonstige Kosten bezahlen.

    Wer sind also die Ausbeuter in der Zinswirtschaft – die „bösen Banken“ oder die „lieben Sparer“? Die ausufernde Spekulation ist nur eine zwangsläufige Nebenerscheinung der Verwendung eines a priori fehlerhaften Geldes mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) bei einem global sinkenden Kapitalmarktzins, der sich der Liquiditätspräferenzgrenze nähert. Die Sparer sind nicht mehr bereit, ihre Ersparnisse langfristig anzulegen, und die Geschäftsbanken müssen, um überleben zu können, mit den aufgeblähten Giro-Guthaben ihrer Kunden spekulieren.

    Wer ist „schuld“?

    Die menschliche Dummheit – seit dem „Auszug der Israeliten aus Ägypten“:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/07/die-ruckkehr-ins-paradies.html

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